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Anna Maria Haas
Thorsten Bathe
Rainer S.
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Mit ‘würde’ getaggte Artikel

Bunte Vögel und eintönige Moralisten

Montag, 16. November 2009

Mit Genugtuung erfüllt mich doch die Aussage „Ein Glück, dass es Verrückte gibt, andersartig, schräge und bunte Vögel“. Wie einfarbig sähe die Welt sonst aus. Bei allen Kritikern, Moralisten, Spießern, die uns ihre Meinung sagen. Jeder Mensch ist einzigartig. Ich versuche den Frieden zu wahren, weil ich verletzlich bin, aber lebe auch meine Träume. So auch dieses Wochenende. (weiterlesen…)

Nur keine Ausländer in meinem Haus

Dienstag, 03. November 2009

Frau mit Kopftuch © amandare - Fotolia.com„Das kann ich unseren Mietern nicht zumuten“, mit dieser Aussage nahm ein Hausverwalter einer fünfköpfigen Familie die Hoffnung auf eine neue Wohnung. Nicht die drei Kinder waren das Problem. Schließlich leben ja noch mehr kinderreiche Familien in dem Haus. Nein, das Kopftuch sei das Problem. Man möchte einfach keine ausländischen Mitbewohner in dieser Hausgemeinschaft haben. (weiterlesen…)

Psychologie ist nicht alles

Montag, 12. Oktober 2009

Glühende Kippe © Gernot Krautberger - Fotolia.comIrgendwann fangen sie immer an. Egal, ob ich gerade in der Kontakt- und Notschlafstelle Dienst habe oder auf der Straße arbeite: Konflikte. In unterschiedlicher Intensität. Von albern bis ernst zu nehmend. „Da ist ja der Wichser“, höre ich dann. „Dem müsste man mal richtig die Fresse polieren.“ Manchmal unpersönlich, hinter meinem Rücken. Die Lautstärke gerade so, dass ich das hören muss. Manchmal aber auch von vorne, lautstark ins Gesicht. (weiterlesen…)

Das Suchtgedächtnis vergisst nichts

Mittwoch, 26. August 2009

eisbecher © Uschi Hering - Fotolia.comDie Regeln in unserer Selbsthilfegruppe sind übersichtlich und klar. Neulich habe ich mir unübersehbar und klar einen Verstoß geleistet. In der Eisdiele hatte ich einen Eisbecher bestellt. Als er vor mir stand, wusste ich schon vor dem Probieren: Tja, geht eigentlich nicht, ist mit Alkohol. Ess’ ich halt um den dummen Fusel herum, was soll’s. An der Stelle hatte ich keine Sorgen, mein Suchtgedächtnis zu aktivieren. Nach meiner bestandenen Meisterprüfung war das allerdings anders. (weiterlesen…)

Aktienfonds der Seele

Samstag, 30. Mai 2009

Mitunter ist es schwierig zu schreiben. Zum letzten Eintrag:
“Manchmal ist es einfacher von Arschlöchern umgeben zu sein.” Wer soll das verstehen?

Menschlichkeit
Es ist einfacher zu denken: “Ihr könnt mich mal”

Ziele
Es ist einfacher zu denken: “Ich will gewinnen”

Moral
Es ist einfacher zu denken: “Gut vs. Böse”

Entscheidung
Es ist einfacher zu denken: “Ich hab recht”

Vier Himmelsrichtungen der Emotion.

Der Aktienfonds der Seele?
Geld, Macht, Anerkennung, Durchsetzungsvermögen deren Bullen.
Armut, Zweifel, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit ihre Bären.

Geld, Macht, Anerkennung, Durchsetzungsvermögen deren Bullen.
Armut, Zweifel, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit ihre Bären.

Bevor es einen Börsencrash gibt, ne Bad Bank.
Der Verstand wird angewiesen infizierte Werte auszubuchen.
Die Konten, ihr könnt mich mal, ich will gewinnen, … haben eine unbegrenzte Deckung.

Wenn der Aufsichtsrat Gewissen zustimmt, ist alles wieder in Butter. Ein solches Manöver stärkt den Währungsindex Kreativität und so können dann sogar Gewinne verbucht werden.

Mein verspießter Aufsichtsrat sperrt sich, die Kartellbehörde prüft derzeit den Vorwurf der illegalen Verabredung von “ich bin scheiße, ihr seid schuld” der beteiligten Konzerne.
Die Argumente, die Welt ist schlecht, die Menschen böse, ziehen bei mir nicht.
Und so dümpelt mein Kreativitätsindex weiter auf niedrigem Niveau.

Kein Punkt für den letzten Eintrag

Freitag, 01. Mai 2009

Der erste Mai, mein Lieblingstag. Gerade habe ich in die Webtagebücher gesehen und gehofft, eine Bewertung zu meinem letzten Eintrag zu finden. Keiner da, schade. Für diesen letzten Eintrag gebe ich mir selber fünf Punkte. Ich habe da etwas beschrieben, das mich tief berührt. Etwas, dem ich in diesen paar Zeilen kaum Raum geben konnte, und das eigentlich nach einem Ausdruck in Form eines Gedichtes verlangt.

Was verdient Aufmerksamkeit, was ist banal?
Ungerührt im tobenden Chaos zu stehen, zäh einer ausweglosen Agonie trotzen, einsam einen Kampf führen, alles sehr bemerkenswert. Begleitend zur ersten Intifada 1987 in Palästina, gab es Bemühungen der Palästinenser zu eindeutig positiven Entwicklungen. Schul- und Gesundheitswesen wurden auf- und ausgebaut. Frauenrechte wurden diskutiert. Israelisch-palästinensische Gruppen bildeten sich, um übergreifende Lösungen zu suchen. Diese Bemühungen fanden international wenig Beachtung. Pflanzen, die nicht gegossen werden, verdorren leicht.

In der Mühle gibt es eine Führung für Kinder zu dem Thema “Der Frühling erwacht”. Den Kindern stellen wir die Frage, woran sie es jetzt und hier erkennen, dass es Frühling wird. Sie stehen dann manchmal, bei bewölktem Himmel und Regen, lange ratlos herum um dann zu antworten: “Ich merke es am Sonnenschein, die Sonne kommt wieder.” Die eigene Empfindung steht im Hintergrund. Sie forschen nach, welche Antwort ein Lehrer wohl hören will. Gelernt ist gelernt. Aufmerksamkeit verdient, was Aussicht auf Popularität hat.

Gut, gerecht, bescheiden, geduldig - alles Attribute, die Gefahr laufen, in der allgemeinen Konkurrenz der Aufmerksamkeit, die Bewertung am Thema vorbei zu erhalten. Frauen bleiben da meist unbefangener. Bei Männern verdichtet sich die Erkenntnis, es geht nicht ums Mitteilen, nicht ums Empfinden – Bullshit – es geht ums Durchsetzen. Ich habe mich zu früh – bereits als Kind – mit dieser Sichtweise im Leben verheddert. Ein starkes Motiv dann als Teenie zu denken; “Alles Scheiße, alles Dreck. Eine Bombe, alles weg.” Wahrscheinlich war meine Entscheidung Drogen zu nehmen, aus Sicht der Gesellschaft die bessere Alternative.

Heute bin ich sehr froh darüber, dass es mir auch gelingt zu denken: “Is mir doch scheißegal”, bevor ich mich erneut in hoffnungslose Wünsche verheddere. Aber gut finde ich das nicht. Gut finde ich es, wie ich im letzen Eintrag geschrieben habe, an etwas zu glauben. Daran zu glauben, diese Missverhältnisse sind äußere Hülle. Es gibt Wege und Entwicklungen. Und diese Wege und Entwicklungen führen uns zu dem, was wir sind. Menschen mit Empfindungen – und damit alle gleich.

Kein Punkt für den letzten Eintrag. Ich stolpere über meine eigene Eitelkeit. Dieses Tagebuch ist gut für mich, auch wenn keiner es lesen würde. Es gibt Leute, die ich in diesen Einträgen ansprechen kann. So what? Der erste Mai, ich werde den Tag heute genießen.