Mein Sohn Johannes hatte diese Woche seinen 19. Geburtstag. Mensch, wie die Zeit vergeht. Für uns Anlass nach Mühlhausen zu fahren, um ihn zu besuchen. Stolz zeigt er sein neues Domizil, eine kleine Wohnung, als Sprungbrett in das Leben. Höchste erreichbare Stufe in seiner Jugendeinrichtung. Hier werden Jugendliche mit psychiatrischen Problemen therapiert, die durch Sucht und anderen Auffälligkeiten hier gelandet sind.
Die Verlockung ist heute größer denn je, an Drogen heranzukommen. Gibt es doch einige entsprechende Läden, wo es die Pfeifen zu kaufen gibt, die Bongs, mit denen man Tabak wie auch Cannabis, Haschisch und anderes rauchen kann. In manchen Jugendzeitungen steht, was noch alles geraucht werden kann, von Wald und Wiese oder der Cannabisanbau auf dem Fensterbrett, der verherrlicht wird. Ich bin froh, dass mein Sohn wieder auf dem richtigen Weg ist, unterstützt vom Jenaer Jugendamt, von seiner Einrichtung, von uns und seinem eigenen Willen.
An seinem Geburtstag lud er uns zum Griechen zum Mittagessen ein. Bei der schönen griechischen Musik wurden Erinnerungen an Reisen Anfang der neunziger Jahre wach. Griechische Ziele und Sehenswürdigkeiten zu bestaunen war meine erste Reise nach der Wende. Johannes hatte zur Feier des Tages zwei Gedichte verfasst, eines über sein Leben im Moment und eines zum Lob seiner Geburt. Ein besonderes Dankeschön an mich, darauf werde ich zu Hause noch ein Gläschen Sekt trinken. Wir spazierten noch ein wenig durch Mühlhausen mit seiner zum Teil alten Architektur, Kirchen, Gassen, sehr sehenswert. Nun heißt es den Weg weitergehen, der bestimmt ist, durch das Leben.
Alles Gute wünscht Susi L. aus Jena


