Letzten Montag hatte eine Frau aus unserer Selbsthilfegruppe einen Gerichtstermin. Es ging um die Rückführung ihrer beiden Kinder, die während der letzten zweieinhalb Jahre in einer Pflegefamilie lebten. Ich kenne sie seit zweieinhalb Jahren und ich habe es selten erlebt, dass jemand sich ähnlich positiv weiterentwickelt.
Das Gericht hat ihr, mit dem Hinweis dass man ihr das Sorgerecht entzieht, falls sie nicht einwilligt, geraten ihre Klage zurückzuziehen. G. hat sich notgedrungen darauf eingelassen. Die Pflegemutter hat gute Kontakte zum Jugendamt, es ist nicht die erste Pflege, die sie durchführt. Von diesem Verlauf habe ich einiges mitbekommen und ich denke, beim Taktieren der Pflegemutter seit längerer Zeit schon, dass das ein Vorgehen ist, das man in einem Scheidungskrieg erwarten würde.
Letzten Freitag musste G. dann im Beisein der zuständigen Sachbearbeiterin des Jugendamtes ihren Kindern mitteilen, dass sie erstmal nicht zu ihr nach Osnabrück kommen können. Erklären, dass es so besser ist. Begründet wurde diese Amtshandlung damit, dass die Kinder sich noch stabilisieren und den Vertrauensverlust bewältigen müssen. Die kleinere Tochter hat einfach nur geweint und mit dem Kopf geschüttelt, die größere stumm vor sich hin geblickt. Sie sollte nach den Sommerferien hier in OS eingeschult werden.
Mich hat mit drei Jahren ein weniger einschneidendes Erlebnis dazu gebracht, Erwachsenen pauschal nicht mehr zu trauen. Mag sein, dass ich befangen bin, mag sein, dass bei solchen Entscheidungen jeder befangen ist. Aber ich sehe das so: Ein Richter und eine Frau vom Jugendamt, die keine anfechtbaren Entscheidungen treffen wollen. Eine Kinder-Psychologin, die bestens mit der Pflegemutter kann. Eine Gutachterin, die sich dann doch lieber den Meinungen anschließt. Kinder, die nicht gefragt werden und eine Mutter, die eine Vergangenheit hat.
Bei dieser Sache fällt mir diese Seite ein http://hoerstdumich.wordpress.com/category/die-punkerin. Darin kommt auch ein Entscheidung über eine Pflegefamilie vor. Mir geht dazu mehr durch den Kopf, als ich hier jetzt schreiben will. Außerdem ich wollte mir heute ja ne schönen Tag machen. 45ster Geburtstag. 4. Juli – Unabhängigkeits-Tag.


Wie immer: Ich kann nicht schlafen, habe Kopfschmerzen. Eigentlich müsste ich schlafen wie ein Bär, aber leider auch in dieser Nacht … nichts. Es ist wie verhext. Eigentlich kein Wunder, denn was ich in letzter Zeit hinter mir gelassen habe, finde ich zumindest enorm. Mein Leben dreht sich in einer Schnelligkeit, die ich im Moment gar nicht so in Worte fassen kann. Tausende von Gedanken und Gefühlen, die durch mich hindurchrasen.
