Mir fällt es schwer, die passenden Worte für meinen Abschluss dieses Webtagebuches zu finden. Das Beginnen war einfacher, frei von Vorsätzen. Frei von Vorsätzen? So ganz stimmt das natürlich auch nicht, aber es war doch recht ungefiltert. Und habe ich auch gehofft etwas anregen zu können. Anzuregen über Klischees nachzudenken.
Vorurteile, Klischees, Schubladen sind einfach und angenehm. Eine Selbstbestätigung, bei der man sieht, was man sehen will. Mag sein, dass ein Vorurteil sogar dem manchmal gerecht wird, auf den es angewandt wird. Aber auch nur dann, wenn man den Menschen, der dahinter steht, gar nicht sehen will. (weiterlesen…)
Mit ‘junkie’ getaggte Artikel
Vorurteile, Klischees und Schubladen hinter sich lassen
Freitag, 11. Dezember 2009Shore, Koka und Benzos nebenbei
Donnerstag, 10. Dezember 2009Zehntausende belagern die weihnachtlich geschmückte Innenstadt, Glühwein selig und Reibeplätzchen gesättigt. Von der größten Wirtschaftskrise seit der letzten größten Wirtschaftskrise ist nichts zu spüren. Die Menschen zeigen sich unbeeindruckt wie dicke Raupen, die sich durch saftige Blätter schmatzen. Willkommen daheim in Köln. Vier Wochen Urlaub sind vorbei, die Arbeit hat mich wieder. (weiterlesen…)
Der Nächste bitte
Freitag, 04. September 2009
Schiebetür auf, Licht an, Stühle aufgeklappt, Alufolie verteilt, Spritzutensilien und Feuerzeuge draufgelegt – in der Kölner Anlaufstelle für Schwerstdrogenabhängige geht es mal wieder los. „Wann kann ich in den Konsumraum?“, ist die häufigste Frage nach dem morgendlichen Dienstbeginn. Die ersten Klienten haben Glück, sie können sofort konsumieren. Alle anderen müssen warten, bis wieder Plätze frei werden. Bei ihnen liegen die Nerven blank. (weiterlesen…)
An der Problemmauer entlangtasten
Montag, 31. August 2009
Als Süchtiger entwickelt man den Anspruch auf das Recht des „nicht Funktionierens“. Diese Unverschämtheit entdeckt man schnell und nimmt sie für sich in Anspruch. Schuld sind ja die Drogen. Und die ganze Umwelt ist schon recht zufrieden, wenn man Besserung gelobt. Und wenn man dann sogar abstinent ist, hurra, hurra. Falls man wieder strauchelt, ist sofort das alte Krankheitsbild verfügbar. Der gelbe Schein des inneren Schweinehundes. Den akzeptiert jeder und man kann ihn sich selbst ausstellen. Zwar spielt dann keiner mehr mit einem, aber man hat die Möglichkeit mit dem eigenen Persilschein, friedlich und im Einklang mit sich selbst zu sein. (weiterlesen…)
Das Suchtgedächtnis vergisst nichts
Mittwoch, 26. August 2009
Die Regeln in unserer Selbsthilfegruppe sind übersichtlich und klar. Neulich habe ich mir unübersehbar und klar einen Verstoß geleistet. In der Eisdiele hatte ich einen Eisbecher bestellt. Als er vor mir stand, wusste ich schon vor dem Probieren: Tja, geht eigentlich nicht, ist mit Alkohol. Ess’ ich halt um den dummen Fusel herum, was soll’s. An der Stelle hatte ich keine Sorgen, mein Suchtgedächtnis zu aktivieren. Nach meiner bestandenen Meisterprüfung war das allerdings anders. (weiterlesen…)
Menschen, Drogen, Sensationen
Mittwoch, 12. August 2009Mit erhöhter Reisegeschwindigkeit rast die Informationsgesellschaft vom Fast Food zum Quick Check-in, vom Last-Minute-Urlaub zum Speed-Dating, und den Espresso zwischendurch bestellt man „to go“. Zeit? Mangelware! Umso erstaunlicher, dass es dem Boulevard-Journalismus immer wieder gelingt, von diesem kostbaren Gut auch noch ein paar Minuten zu stehlen. (weiterlesen…)



