So kann sich bestimmt jeder vorstellen, dass solche Erlebnisse beiderseits lange in der Erinnerung bleiben. Mein Sohn hatte ja auch noch Speed genommen und wir können von Glück reden, dass nicht noch mehr passiert ist. Dank meiner Besonnenheit und Ruhe konnte ich Schlimmeres abwenden. Gut auch, dass es nur mich erwischt hat und keinen anderen. (weiterlesen…)
Mit ‘gewalt’ getaggte Artikel
Über das Danach
Samstag, 08. August 2009Des Wahnsinns Früchte
Freitag, 07. August 2009Nun weiter zum 16.2.2007. Ich fühlte mich alleingelassen von den öffentlichen Stellen, wo ich hoffte Hilfe und eine Lösung für meinen Sohn zu finden. Plötzlich stand der Junge im Zimmer, ganz in schwarz und mit Sonnenbrille auf. Und dann nahm das Verhängnis seinen Lauf. Ein Tritt in mein Gesicht mit Springerstiefeln, die er erst gekauft hatte. Zum Glück nur seitwärts, sonst hätte es mich schlimmer erwischt. Da erst merkte ich, wie schlecht er dran ist in seinem ganzen Wahnsinn. (weiterlesen…)
Über einen Tag, der unser Leben veränderte
Donnerstag, 06. August 2009Mein Sohn, der mittlerweile so schöne Fortschritte macht, Gedichte und Theaterstücke schreibt und lieb ist, gibt mir immer Anlass, an den 16. Februar 2007 zu denken, aber auch an die Zeit davor. Nach der ersten Liebe war er unglücklich, nahm Drogen wie Cannabis, hörte harte Musik und war natürlich auch durch die Pubertät verändert. Er trug schwarze Kleidung, sang menschenverachtende Liedtexte und hatte plötzlich keinen Bock mehr auf Schule, obwohl er vorher Klassenbester war. (weiterlesen…)
Amoklauf unter Drogen
Dienstag, 04. August 2009Ich sitze beim Nervenarzt und schreibe. Hier muss man immer ein wenig warten, weil sich die Ärztin Zeit nimmt für jedes Gespräch. Ist ja auch gut so. Anknüpfend an meinen letzten Tagebucheintrag ein Thema, was mich immer mal beschäftigt: Die Sache mit meinem Sohn vor zwei Jahren in der pubertären Phase. Warum greift die Polizei nicht gleich ein, wenn ein jugendlicher veränderten Wesens mit Messern bewaffnet in die Schule geht? (weiterlesen…)
Ein bisschen Risiko bereichert das Leben
Montag, 20. Juli 2009Samstag habe ich mit Micha geredet. Per Telefon. Skype macht’s möglich. Von Micha hatte ich schon eine ganze Weile nichts mehr gehört und das Gespräch gestern war sozusagen mein Wochenend-Highlight. Bei dem, was er so erzählte, bekam ich etwas Fernweh. So berichtete er zum Beispiel etwas von einem Kurzurlaub an der koreanischen Grenze. Er ist dort mit seinem russischen Reisebegleiter in eine Schlägerei geraten. Hörte sich recht turbulent an. Festnahme, ein Tag bei der chinesischen Polizei, ein üppiges Essen mit den Polizisten, die sie eingeladen hatten und das Angebot die Krankenhausrechnung zu übernehmen – oder 10 Tage Haft
Gewalt ist das Letzte, so habe ich das hier mal geschrieben und so meine ich das auch. Und weder Micha noch ich haben da irgendwelche Ambitionen. Wirklich geprügelt habe ich mich das letzte Mal mit zwölf.
Fernweh? Mir fehlen die Situationen, in denen man nicht mit Vorsicht und überlegung heraus kommt. Ich denke da an einen Urlaub in Spanien. Während ich Auto fuhr, wurde mir ein Bong gestopft. Anders als sonst wollte ich anhalten um ihn zu rauchen und sah mich nach einer Haltemöglichkeit um. Die Einfahrt passt, sieht aus wie ein Schlachthof. Direkt vorm Tor hielt ich und rauchte den Bong, blies den Rauch aus und sah mich um. Ein Schlachthoftor hat nicht diese Sehschlitze, ist denn wohl doch eher ein Knast. Ich stellte mir den Beamten auf der anderen Seite des Tores vor und fuhr amüsiert weiter. Bisschen mehr Risiko würde mein Leben schon bereichern.
Das Miststück im seelischen Mülleimer – Kommentar update
Freitag, 17. Juli 2009Du willst wissen, wie ich straffällig wurde? Ein Teilaspekt ist: Ich bin ein misshandeltes Kind gewesen. Ich kann das Gegenargument nicht mehr hören, dass nicht alle misshandelten Kinder kriminell werden. Das bestreite ich nicht. Die Wahrheit ist, dass die kriminell handelnden Menschen alle aus dem Pool der misshandelten Kinder kommen. Später aus dem Objekt, das sie zu guten Menschen machen soll: dem Gefängnis.
Wesentlich ist dies. Sie wurden – sei es seelisch, emotional oder sonst wie – verkorkst und vernachlässigt. Sie waren zuerst oder zuletzt Opfer und wurden erst danach zu Tätern oder erneut zu Tätern. Wie ich Dir schon zu Anfang sagte, konnte ich aus einer speziellen Ebene nicht Gut von Schlecht unterscheiden, weil ich es nicht richtig gelernt hatte.
Was ist gut, was schlecht?
Wenn du als Kind andauernd Strafe bekommst, obwohl du nichts Böses, sondern gerade etwas Gutes getan hast, wie solltest du dann tiefgreifend unterscheiden, was Gut oder Schlecht ist? Später ist dann alles gut, was dir gut tut. Auch wenn du dadurch andere schädigst.
Mein Papa war übrigens oft abwesend in meiner Kindheit. Er wird von mir deshalb abgöttisch geliebt. Niemals hat er mich geschlagen. Meine Mutter sagte hingegen schon immer, er sei ein Miststück und sie schlug mich, meinte aber vielleicht ihn? Einmal sagte sie sogar, das gleiche Miststück wie er es war, habe sie jetzt großgezogen. Ist das nicht fatal (=schicksalsgebend)? Da war ich vielleicht 11 und vorpubertär. In Wirklichkeit bin ich es noch immer. Denn aus einem Ei, das nicht ausgebrütet wurde, wird niemals das von der Vorsehung vorhergesehene. Muss ich also immer ein Ei bleiben?
Ich wurde mit Gewalt genommen. Mama hat mich auch geliebt, aber sie hat mich zugleich vergewaltigt. Sie hat einfach über mich verfügt. Wenn ich Geld raube, mache ich nicht anderes. Ich vergewaltige einen anderen Menschen, um mir das begehrte Geld zu verschaffen. Ich war Mamas seelischer Mülleimer. Das bin ich jetzt auch für die Gesellschaft. Sie packt mich als ihren seelischen Mülleimer in ein Dreckloch von Klo und nennt all das Schuld abtragen in menschlicher Würde.


