Im Vorfeld hatte ich überlegt, ob ich mir das antun soll: Kunst zum Thema Rausch, Drogen und Sucht. Das alles bekomme ich doch jeden Tag auf dem Kölner Neumarkt zu sehen. Zwar nicht sorgfältig kuratiert, aber mindestens so eindrucksvoll. Und dann auch noch die weite Fahrt nach Dresden. Dort wurde eine Ausstellung gezeigt, die sich dem Umgang mit Rauschgiften in der Gegenwartskunst widmete. Meine Skepsis verflog schnell. (weiterlesen…)
Archiv für die Kategorie ‘Sucht’
Glamour, Elend, Glücksgefühle
Mittwoch, 02. Dezember 2009Man kann ja nicht alles wissen
Dienstag, 24. November 2009Heute habe ich Sybille auf einen Kaffee eingeladen. Wir hatten uns eine Ewigkeit nicht mehr gesehen. „Die meisten Menschen brauchen sehr lange, um jung zu werden“, liest sie mir aus der Zeitung vor und sieht mich fragend an: „Weißt du, von wem das ist?“ „Du kennst mich doch“, antworte ich, „wie immer keine Ahnung“. „Das wusste ich allerdings nicht, dass der Herr Sozialarbeiter so ein Kunstbanause ist. Dieses Bonmot hat sich Pinsel-Titan Picasso ausgedacht“. (weiterlesen…)
Sie hat sich stets bemüht
Donnerstag, 19. November 2009Wer diesen Satz unbedarft in seinem Zeugnis liest, freut sich. Wer aber zwischen den Zeilen lesen kann, der weiß, wie es wirklich gemeint ist: „Sie hat sich zwar bemüht, aber wirklich gereicht hat es nicht.“ Eine bittere Erkenntnis, die sich bei dieser Frau durchs ganze Leben zieht. (weiterlesen…)
Eine Freundschaft ohne Freund
Donnerstag, 12. November 2009
Mir geht ein Satz von Connie Palmen durch den Kopf: „Sucht ist eine Freundschaft ohne Freund“. Drogen sind ein Halt. Ein Halt, der verbrennt, verpufft, verfliegt. Ihr größter Vorzug ist, dass sie einen nicht betrügen und verlassen können. Sie hören niemals auf, einen zu lieben. Und sterben tun sie auch nicht. Also müsste ich nur anfangen zu rauchen, zu trinken oder zu spritzen, um die Risiken zu vermeiden, die ich bei einer Freundschaft oder Liebe notgedrungen eingehe? (weiterlesen…)
Atmosphärische Störungen
Freitag, 06. November 2009
Glücklicherweise hatte Olaf erst im Flur – kurz vor dem Verlassen der Kontakt- und Notschlafstelle – seine Gaspistole abgedrückt. Danach war er verschwunden. Das Gas legte sich wie ein Mahnmal langsam über uns. Alle würgten und hatten Tränen in den Augen. Vom Schock ganz zu schweigen. Selbst nach Dienstschluss in der Nachbesprechung wurde kaum gesprochen. Der Schuss, das Gas und die Benommenheit danach – das gerade Erlebte und die eigenen Gefühle waren zu mächtig für die übliche Wortakrobatik. (weiterlesen…)
Papa im Abseits
Donnerstag, 05. November 2009
Bei einem Rundgang durchs Quartier sehen wir Andi auf einer Bank am Bolzplatz sitzen. Er ist ein ausgesprochen pfiffiger, freundlicher Knirps von zehn Jahren. Heute sieht er aber eher traurig aus. Er kickt nicht mit, obwohl er ein aktiver Eintracht-Fan ist und fast immer und überall mit Fan-Schal und Fan-Mütze auftritt. Nachdem wir uns ausgiebig über seinen Verein unterhalten haben, rückt er raus mit der Sprache und fängt an zu weinen. (weiterlesen…)








