Es scheint ein weit verbreitetes Handlungsmuster bei verschuldeten Menschen zu sein, die monatlichen Abschlagszahlungen für Strom und die Miete nicht pünktlich zu zahlen. Andere Gläubiger setzen diese Menschen stark unter Druck. Sie bekommen Angst und bezahlen zuerst diese Schulden und verschieben die Miet- und Stromzahlungen auf den nächsten Monat. Das ist oft der Einstieg in eine Spirale, die mit einer Stromsperre oder Wohnungskündigung endet.
Eine Ursache liegt in ungerechten Arbeitsverhältnissen. Heute kommt Herr B., er ist Vater von zwei kleinen Kindern. Seine Frau schreibt ihre Abschlussarbeit an der Universität. Der örtliche Stromversorger hat den Strom abgestellt. Den Lebensunterhalt verdient Herr B. bei einem privaten Briefzustelldienst. Seinem Arbeitgeber ist er hilflos ausgeliefert. Die Arbeitszeit ist unregelmäßig, das Arbeitsaufkommen schwankt, oft muss er kurzfristig für Kollegen einspringen. Sein Einkommen schwankt daher sehr. Er ist froh, überhaupt eine Arbeitsstelle zu haben und traut sich nicht gegen diese Arbeitsbedingungen anzugehen. Hier sind Menschen einem Arbeitsmarkt ausgeliefert, der auch in Zukunft auf ihre Notlage setzt und sie gnadenlos ausnutzt.
So hat er in der Vergangenheit aus Geldmangel immer wieder die Zahlung der Stromabschläge verschoben, in der Hoffnung, im nächsten Monat wieder mehr Geld zur Verfügung zu haben. Das wurde ihm jetzt zum Verhängnis. Aufgrund unseres guten Kontaktes zum örtlichen Stromversorger konnte ich die umgehende Aufhebung der Stromsperre erreichen. über einen Fonds habe ich die rückständigen Stromabschläge bezahlt. Herr B. zahlt den Betrag an diesen Fonds in kleinen Raten zurück.


