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Autorenarchiv : Guenterb

Köllsche Fußballfreude

Montag, 23. Februar 2009

Ich hatte Besuch von meiner Freundin, und wir ließen es uns einfach gut gehen. Am Samstag gingen wir zu ihrer Schwester, die in der Gegend zuhause ist. Gemütlich haben wir Kaffee und Kuchen genossen. Danach zog ich mich für zwei Stunden zurück, um die erste Fußball-Liga zu verfolgen.
Da ich ein angefressener FC-Köln-Fan bin, ging mein Puls nach einer halben Stunde auf 150 hoch, da wir in München 2:0 führten. Zum Karneval würde ein Sieg in München ja passen. Schlusspfiff in München. 2:1 gewonnen. Ich konnte es nicht lassen, meinen kollegen in München, der das Spiel live im Stadion verfolgte, anzurufen. über das Handy bekam ich die Begeisterung der Kölner Fans mit. Ich freute mich wahnsinnig. Es flossen Freudentränen.
Am Sonntag gingen wir Mittagessen mit einem Mitpatienten, der Besuch von seinem Sohn 8-jährigen Sohn hatte. Es war lustig. Nachmittags wollten wir zum Narrenumzug. Als es jedoch zu regnen anfing, machten wir einen ausgiebigen Mittagsschlaf. Meine Freundin und ich freuen uns schon sehr auf unser nächstes gemeinsames Wochenende, welches wieder zuhause stattfindet.

Umzug ins Einzelzimmer

Mittwoch, 18. Februar 2009

Vier Stunden Arbeitstherapie, mittags Gruppentherapie: wie verhalte ich mich bei einem Rückfall bei mir und bei einem Mitpatienten, und was für Hilfen gibt es?
Ich bin umgezogen von einem Doppelzimmer in ein Einzelzimmer, nachdem wieder eines frei wurde. Einerseits schade, weil ich mich mit dem Zimmerkollegen gut verstanden habe, andererseits freue ich mich, weil mich meine Freundin am Wochenende besuchen kann.

Abschied

Dienstag, 17. Februar 2009

Zwei Stunden Arbeitstherapie, danach gab es ein langes und gutes Vesper. Es war so gut, dass ich das Mittagessen ausfallen ließ und zwei Stunden geschlafen habe. Grund des Vespers war die Verabschiedung eines Mitpatienten aus der Arbeitstherapie. Mittags indikative Gruppe Raucherentwöhnung und “Depression bewältigen”. Für mich war es ein anstrengender Nachmittag. Am Abend saßen wir im kleinen Kreis zusammen und haben den Kollegen nochmals verabschiedet.

Keine Schmerzen mehr

Montag, 16. Februar 2009

Mit vollem Elan bin ich zur Arbeitstherapie gegangen. Ich war froh, dass ich die Infektion hinter mir hatte. Die Arbeit fiel mir leicht, ohne dass mein Körper sich meldete durch Brust- und Gliederschmerzen. Bei der montäglichen Gruppentherapie erzählten wir uns, wie wir das Wochenende verbracht haben. Zum Schluss der Stunde haben wir ein Gruppenmitglied verabschiedet. Anschließend haben wir eine Stunde Sport gehabt zur Stärkung der Wirbelsäule – es war angenehm. Am Abend haben wir das Fußballspiel Rostock/SC-Freiburg im Fernsehen angeschaut.

Der zweite Versuch

Dienstag, 03. Februar 2009

Von Beruf bin ich Facharbeiter mit pädagogischer Zusatzausbildung und arbeite seit vielen Jahren in einer Werkstatt für Menschen mit geistiger Behinderung. Durch den hohen Druck von außen wurde ich krank und suchte die Flucht im Alkohol. Der gab mir das Gefühl, in eine schöne Welt abzudriften. Allerdings verstärkte der Alkohol auch meine Kraftlosigkeit. Gleichzeitig war er mein Rückhalt, mein Freund. Dadurch ging die Kommunikation mit meiner Lebensgefährtin und mit Freunden fast verloren. Jetzt bin ich hier in der Fachklinik. Es ist mein zweiter Versuch mit einer Reha-Behandlung, um dem Alkohol zu entkommen.