Woanders gibt es Kurzarbeit (wie mir ein ehemaliger Bewohner unserer Einrichtung heute morgen im Bus erzählte), hier in der Wohnungslosenhilfe dagegen Mehrarbeit. Nachdem letzte Woche eine Bewerberin auf eine Stelle als Integrationsbeistand abgesagt hat, muss diese durch interne Umlagerung der Arbeitsschwerpunkte besetzt werden. Deshalb bekam ich letzten Freitag vier neue Klienten auf einmal übertragen, mit denen heute erste (übergabe-)Kontakte stattfanden.
So hatte ich heute drei Klientengespräche, bevor ich überhaupt meine Kolleginnen und Kollegen begrüßen konnte. Gegen 10 Uhr treffen wir uns regelmäßig bei einer Tasse Kaffee zur Morgenrunde. Oft reden wir über Aktuelles in der Einrichtung, was am Wochenende geschah, heute war die veränderte Mitarbeitersituation Thema.
Gegen 11 Uhr hatte ich schon sieben Klientengespräche geführt (unter anderem mit dem Bewohner, der hier ebenfalls ein Webtagebuch schreibt) und trug die Kontakte dann in unseren Betriebsmanager (Datenerfassungsprogramm) ein. Der BüROkratische Anteil meiner Arbeit hat im Gegensatz zu früher einen viel größeren Stellenwert und braucht mehr Zeit.
Bei einigen Small-Talks erinnerte ich einige Leute daran, dass ich am Samstag mit meiner Folk-Rock-Pop-Gruppe “Heckmeck” in Singen im Hemmingway spiele. Am Nachmittag nahm ich noch einen Mann ins Aufnahmehaus auf, der bisher schon ambulant bei uns war. Jetzt arbeite ich noch ein paar Dinge ab wie Telefax ans Jobcenter und Kreissozialamt schicken usw. und hoffe, dass mir nichts mehr dazwischen kommt.


