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Rainer S.

Rainer S.

Mir fällt es schwer, die passenden Worte für meinen Abschluss dieses Webtagebuches zu finden. Das Beginnen war einfacher, frei von Vorsätzen. Frei von Vorsätzen? So ganz stimmt das natürlich auch nicht, aber es war doch recht ungefiltert. Und habe ich auch gehofft etwas anregen zu können. Anzuregen über Klischees nachzudenken.
Vorurteile, Klischees, Schubladen sind einfach und angenehm. Eine Selbstbestätigung, bei der man sieht, was man sehen will. Mag sein, dass ein Vorurteil sogar dem manchmal gerecht wird, auf den es angewandt wird. Aber auch nur dann, wenn man den Menschen, der dahinter steht, gar nicht sehen will.

Abtauchen in der Aura der Enttäuschungsgewissheit

Lange Zeit meines Lebens habe diese Urteilsfindung abgekürzt. „Am besten sieht mich gar keiner, dann braucht sich auch keiner blöde Fragen stellen.“ Ich wollte nicht enttäuschen, also bin ich nur noch auf der Szene abgehangen. Erwartungsfreie Zone. In das Klischee abtauchen. In die unter Junkies gegenseitig so beharrlich gepflegte Aura der Enttäuschungsgewissheit. … Ich kürze hier ab, es gibt schon Menschen, die wirklich verstehen, was ich hier schreibe (Grüße nach China) – aber für die meisten ist es wohl zu fern.

Spuren aufdecken und lesen

Aber dieses Leben hat seine Spuren in mir hinterlassen. In diesem Tagebuch ging es um solche Spuren. Die Dinge, die man erst sieht, wenn man schon ein Stück heraus ist. Spuren aufzudecken, die mich dazu bringen, noch mal anders über Dinge nachzudenken. Ich hoffe, auch einigen Lesern meiner Einträge solche Spuren aufgezeigt zu haben. Einen Ausblick, der möglicherweise ein Stück vom Klischee oder vom Vorurteil entfernt war.

Es ist menschlich mit Klischees, Vorurteilen und Urteilen zu leben. Niemand wird sie ganz hinter sich lassen können. Aber Menschlichkeit bedeutet für mich, seinen Blick, sein Denken und Handeln über diese Grenzen hinausgehen zu lassen. Ein Blick „Mitten am Rand“

Respekt vor allen Autoren 

Ich bin froh über die Gelegenheit, an diesem Blog mitgewirkt zu haben. Manchmal war es auch nicht leicht hier zu schreiben und darum ist es mir wichtig zu sagen, dass ich großen Respekt vor der Leistung aller Autoren dieses Blogs habe. Auch möchte ich mich für die Kommentare bedanken die es in diesem Blog gab. Oft habe ich sie nicht beantwortet, aber sie waren wichtig für mein Schreiben hier. Und vielen Dank an ;-)


Rainer S. ist der Autor mit den meisten Beiträgen in Mitten am Rand. 109 mal öffnete er die Tür zu seinem Leben, zu seinen Gedanken und Gefühlen. Seine mutigen, manchmal provokanten und verstörenden Texte haben dieses Weblog nachhaltig geprägt. Dafür sagen wir ihm ganz herzlich danke. Alles Gute auf Ihrem weiteren Weg!
Die Redaktion

P.S.: Rainer S. wird auf dem Caritaskongress 2010 über seine Erfahrungen mit dem Verfassen des Weblogs berichten.

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2 Antworten zu “Vorurteile, Klischees und Schubladen hinter sich lassen”

  1. NANA sagt:

    Guten Tag Rainer,

    Ich muss für meine Lehrabschlussprüfungen eine Arbeit schreiben über das Thema Drogen und Mut.
    Dafür würde ich gerne ein Interview mit jemandem führen der den Absprung geschafft hat und jetzt clean ist.
    Du wärst mein perfekter Interview Partner!
    Dürfte ich dir also einige Fragen zu diesem Thema stellen?
    Würde mich sehr über deine Rückmeldung freuen.
    Du würdest mir damit echt weiterhelfen!

    Gruss

    NANA

  2. Igasho sagt:

    Ich freue mich sehr über die Blogeinträge hier. Sie regen mich jedes Mal zum Nachdenken an. Und oft denke ich, hier sind Literaten zu Gange, so schön sind manche Beschreibungen. Vielen Dank an Rainer S. und an alle Blogger hier!

    Igasho