Unser erster Badegast kann sich nur mühsam auf den Beinen halten und hat eine deutliche Alkoholfahne. Wir legen ihm nahe, heute auf das Wannenbad zu verzichten. Dann schlagen wir ihm vor, erst einmal einen guten Kaffee zu trinken und hoffen, dass er darüber den Badewunsch vergessen würde. Leider vergeblich, denn er drängt darauf, baden zu dürfen.
Immer wieder zeigt er uns seine Geldbeutel, in dem etwas Geld ist und will bezahlen. Da uns das Risiko zu groß ist, ihn baden zu lassen, können wir ihn nur ablenken, indem wir ihm Unterwäsche und ein T-Shirt geben. Dann ist er plötzlich weg. Wir schauen überall nach und finden ihn tief schlafend auf der Bank im Vorraum zum Wannenbad.
Zwischenzeitlich war noch ein Stammkunde gekommen und eine Frau, die wir schon länger vermisst haben. Das tat uns richtig gut, denn der Vorfall hat uns beide doch sehr beschäftigt. Wir verständigen zum Schluss den Bademeister, dass er sich um den Schlafenden kümmern möge. Diese Episode lässt uns auch auf der Heimfahrt nicht los, zum Glück war das ein Einzelfall
Ehrenamtliche Mitarbeiterin der Gruppe „Wannenbad im Herschelbad“









Ja das Leben schreibt Geschichten, das eigene und das Leben um uns herum. Tägliche Impressionen auf der Straße, unterwegs, Bilder die manchmal lange in Erinnerung bleiben. Gut, das sie so verantwortungsvoll gehandelt haben. Mit solchen Bildern, könnte man in die Öffentlichkeit gehen wie sie hier beschreiben. Auch gut das hier zu lesen. Es öffnet den Blick auf die Dinge.
Ihnen noch viel Liebe für ihre Arbeit und dem Wannenbad ein langes Bestehen.
Grüße von Musesuse