« Dauerkrank Abgerutscht »

Fußball © kristian sekulic - Fotolia.comBei einem Rundgang durchs Quartier sehen wir Andi auf einer Bank am Bolzplatz sitzen. Er ist ein ausgesprochen pfiffiger, freundlicher Knirps von zehn Jahren. Heute sieht er aber eher traurig aus. Er kickt nicht mit, obwohl er ein aktiver Eintracht-Fan ist und fast immer und überall mit Fan-Schal und Fan-Mütze auftritt. Nachdem wir uns ausgiebig über seinen Verein unterhalten haben, rückt er raus mit der Sprache und fängt an zu weinen.

„Mein Papa ist seit einiger Zeit arbeitslos“, erzählt er. „Seit dieser Zeit ist gar nicht mehr schön bei uns. Papa trinkt zu viel Bier und schlägt dann die Türen zu. Mama ist nur noch traurig und gelacht so wie früher wird bei uns überhaupt nicht mehr.“ Wie oft haben wir über die beiden „Männer“ geschmunzelt, wenn sie samstags mit voller Montur und Fan-Fahne ins Waldstadion zogen.

Armer Andi, armer Papa. Zufällig haben wir dann erfahren, dass eine ortsansässige Schreinerei einen Schreiner sucht und haben mit Andis Vater einen Vorstellungstermin für nächste Woche ausgemacht. Wir helfen ihm auch dabei, einen Lebenslauf und eine ordentliche Bewerbung aufzusetzen. Vielleicht haben wir Glück und die beiden Fans können schon bald wieder mit Vereinsschal, Mütze und Fahne zusammen ins Waldstadion wandern.

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2 Antworten zu “Papa im Abseits”

  1. Port sagt:

    Habe das blog gestern durch einen link entdeckt und habe es in einigen stunden vom ersten bis zum letzten beitrag gelesen, meine hochachtung vor eurer und der arbeit der autoren.

    Mich würde es brennend intressieren wie die geschichte “Papa im Abseits” weitergeht.

    Gruß aus dem Ruhrpott!

  2. Markus sagt:

    Ja, Arbeitslosigkeit ist immer ein akutelles Thema. Schön, dass sich dieser Fall wohl zu guten gewendet hat.