In der Mühle laufen zurzeit Ferienangebote für Kinder, in die ich eingebunden bin. Einige Kids haben es in sich. Bei einem dieser zauberhaften Jungs habe ich heute in meine Trickkiste gegriffen. Die Methode funktioniert meistens ganz gut, um jemand wieder auf den Boden zu holen.
Am Ende des Tages habe ich mir den Kleinen im Vorbeigehen geschnappt, ihn einmal über meinen Kopf gehoben, ihn dann an den Beinen genommen und ein bisschen ausgeschüttelt um ihn zum Schluss wie beim Hammerwerfen um mich kreisen zu lassen.
Zwar kichern die Kinder bei der Nummer immer, aber gleichzeitig flößt es ihnen auch Respekt ein. Auch dieses Mal hat es geklappt: Der kleine Prinz Fürchterlich hat sich zehn Minuten später an mich herangepirscht, um mich ein bisschen zu necken. Aber auf die nette Art und ich konnte merken, dass er sich dabei in mich hineinversetzte. Für den wäre der Umgang mit Pferden die beste therapeutische Maßnahme, dachte ich.
Schade, es sind nur ein paar Tage, an denen die Kinder bei uns sind. Um so einem Jungen davon abzubringen bei geringsten Anlässen mit einem Hammer um sich zu werfen, bräuchte es mehr. Mehr Zeit, mehr Nähe, viel Geduld und auch Handlungsspielräume. Lehrerrolle, Mutterrolle, Fördermaßnahme, Strafmaßnahme, Betreuerfunktion und Maßnahmenkatalog. Berechenbarkeit schafft…. Vertrauen?
Ich kenne das Gefühl, gesagt zu bekommen, ich müsse über meinen Schatten springen. Von Therapeuten, die ihre Rolle erfüllen. Eine Rolle, die oft so eng anliegt, dass sie nicht einen Millimeter aus ihr heraus kommen. Das Leben ist ein Theater, in dem der, der nur seine Rolle spielt, keine Rolle spielt. Und ich weiß, dass man über seinen Schatten springen muss, um das ernst zu nehmen, was einem jemand sagt, dem seine Rolle wichtiger ist, als ich es bin.
Diese Woche geht übrigens schon viel besser an als die letzte. Das Beste an der letzten war ein Zahnarztbesuch. Der Zahnarzt zu dem ich gewechselt bin, ist ein Glücksgriff.








