Als ich das letzte Mal aus der Selbsthilfegruppe kam, ging mir die Frage durch den Kopf, wie es mir wohl ohne die Selbsthilfe ginge. Ein Gedanke, der in mir ein flaues Gefühl auslöst. Spontan habe ich gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit bei 30 Prozent liegt, ohne die Gruppe wieder auf der Nase zu liegen. Aber das passt glaube ich nicht.
1 zu 1 passt besser. Und wenn ich an meine Zukunft denke, habe ich derzeit auch dieses flaue 1 zu 1 Gefühl. An dieser Stelle schaltet sich meine rationale Seite ein: „Rainer, was ist das den für eine Kinderkacke, 1 zu 1?“
Nicht dass ich denke, eine Selbsthilfegruppe sei “das” Patentrezept. Und auch kein Vergleich zu dem Gefühl, das ich bei meinen früheren Abstinenzversuchen hatte. Aber doch die Einschätzung, dass ich es nicht weiß, ob ich wieder in einem Sumpf aus Hoffnungslosigkeit gelandet wäre.
Die letzte Woche war furchtbar. Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sind zwar auf einem erträglichen Niveau, aber ich wache jeden Morgen schweißnass auf, trinke meinen Kaffee lustlos und gehe schlecht gelaunt zur Arbeit. Meine Motivation ist im Augenblick ziemlich im Keller. Nicht hilfreich, aber doch tröstlich ist es zu hören, dass es Micha in China im Moment ähnlich geht. Mir geht es also nicht alleine so.
Die Emotion ist letztlich stärker ist als Willen und Vorsätze, aber ich weiß ja auch, dass ich da gegensteuern kann. Es ist wie beim Autofahren, man muss vor dem Hindernis lenken. Die letzte Woche war keine gute, aber ich weiß es wird bessere geben. Bisher steht es 1 zu Null gegen die Sucht. Hört sich doch schon besser an.
Tags: rückfall, selbsthilfegruppe, sucht








