Rainer S.
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Peter S.

Archiv für Juli 2009

Wie ist Heroin eigentlich?

Dienstag, 28. Juli 2009

spritzeWie ist Heroin eigentlich? Eine schwierige Frage – auch für einen Ex-Junkie wie mich. Doch die beiden neugierigen Kellner in der Eisdiele wollen es genau wissen. Der Therapieerfolg liegt bei ungefähr 30 Prozent. Meine Erfahrungen lehren mich, daran nicht zu glauben, denn für die meisten ist der Umgang mit Heroin wie russisches Roulette… (mehr …)

Steiniger Weg in die Zukunft

Dienstag, 28. Juli 2009

Wir haben es jetzt zwei Uhr nachts und ich kann absolut nicht schlafen. Meine Versuche misslingen.Vor einigen Minuten lag ich noch in meinem Bett mit weit geöffnetem Dachfenster und beobachtete über mir den Himmel. Wow, nach langer Zeit konnte man mal wieder die Sterne sehen – eine tolle Nacht. Meine Gedanken kreisen. Früher habe ich mir oft den Himmel angeschaut, wenn ich verzweifelt war. Es war dann, als ob er mich wenigstens verstehen konnte. Mein Leben war nicht einfach, aber in der Zeit, in der ich jung war, glaubte ich einfach alles und vertrauten fast jedem. Denn ich wollte nicht so leben wie meine Eltern. (mehr …)

Bergzauber

Dienstag, 28. Juli 2009

Weg © Svenni - Fotolia.comNach einem köstlichen Frühstück, bei dem die Bäuerin mit viel Liebe alles vorbereitet hatte, geht es auf die Almen über Navis. An der Peeralm in 1650 m Höhe lassen wir uns alle ein Bier schmecken. Trotz Ruhetag bekommen wir hier etwas zu trinken und können kurz verschnaufen. Doch Lothar und mich zieht die Neugier weiter. Was wohl hinter der nächsten Wegbiegung kommt? (mehr …)

Die Berge rufen

Montag, 27. Juli 2009

Alpenblick© fotoverlag - Fotolia.comWieder einmal nutzen wir die Gelegenheit mit der Verwandtschaft aus Gera in die Alpen zu fahren. Ich habe meinen Wagen vollgeladen und los geht es über die Autobahnen. Nach München zeigen sich die ersten Alpenvorläufer. Die Vorfreude steigt mit jedem Kilometer. Bilder von blühenden Bergwiesen, Wasserfällen, Auf- und Abstiege bei jedem Wetter, Schwitztouren, herrlichen Aussichten und Kuhglockengeläut tauchen vor meinem inneren Auge auf. (mehr …)

Zwischen Psychiatrie und Harmonie

Sonntag, 26. Juli 2009

Wieder einmal Sonntag, wettermäßig mal Regen und Sonnenschein. Meine Mutter hat eingeladen zum gemütlichen Plausch bei Wein und selbstgebackenen Quarktaschen. Ich freue mich über die ungezwungene Atmosphäre der Unterhaltung. Die Eltern berichten von ihrem Urlaub im Schwangau und wir von der Reise auf die Insel Usedom. Schön, wenn Harmonie waltet zwischen Eltern und Kindern. War es doch nicht immer so.

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Kichernder Kobold

Samstag, 25. Juli 2009

Die neu für mich zuständige Sozialarbeiterin holt mich zum Kennenlernen in ihr Büro und sagt, ich sei haftresistent. Warum? Na ich sei langzeitlich haftgewohnt. Ausgerechnet ich? Ich, der diese Knaststruktur so abgrundtief verachtet, soll daran gewöhnt sein? Ich, der seine Popel an den Schrank abschmiert wie das Baby seinen nackten Stinkepopo am Teppich? Ich, soll jetzt entstanden sein als der neue, bessere Mensch? Bedeutet es, dass ich nicht mehr büße? Muss jetzt etwas mit mir geschehen, damit ich wieder leide? Bin ich auf dem Weg zum guten Menschen, wie der aus Sezuan?

Vielleicht hatte sie lediglich ihr Urteil heimlich durch Erkundigung gebildet. Denn ich habe eine weitere menschlich autonome überlebensstrategie entwickelt. Es ist die einer außergewöhnlichen Form von Fröhlichkeit. Ich lache und kichere andauernd absichtlich herum, brülle leise und quietsche, grunze wie ein Meerschweinchen. Ich könnte über den blödesten Unfug abgrinsen. Oder ich halte ironische Ansprachen.

Dem Hausarbeiter erkläre ich, weshalb ich vegetarisch esse, erzähle ihm etwas von seinem in Verwesung begriffenen Fleisch, frage ihn, ob er mich mit Kunstkäse oder Hartfette “umbringen” möchte. Seine Soßen? Sie sind mit Laktat vermengt, mit Mehl verdickt, als doppelte Sättigungsbeilage, deswegen trägt er einen Trommelbauch. ähnlich wird das Gemüse gestreckt. All das gehört zur Strafe und er verleibt sie sich ein – wie schön.

Ich denunziere diesen institutionellen Schwachsinn. All dies erheitert mich in aberwitziger Weise. Manche denken ich sei ver-rückt oder altersenil im Frühstadium. Keiner versteht mich. Neulich zitierte mich sogar mal ein von mir Gepeinigter, ein Mitgefangener, altersmäßig mein Sohn, zu sich und meinte, ich würde mich nicht altersgerecht bewegen. Haha, ich produziere also meine eigenen Lacherzeugnisse. Nur Lachyoga ist noch schöner. Doch ich habe das andere Lachen, das kuriose Lachen.