Rainer S.
Rainer S.
RalphK
Thorsten Bathe
SigridH
Rainer S.

Archiv für Mai 2009

Mitwirkungspflicht auch ohne Leistungen?

Sonntag, 31. Mai 2009

Ich bin immer noch am Husten. Vor zwei Wochen wollte ich eigentlich noch mal zum Arzt, hab’s aber bis heute nicht hingekriegt mir die Zeit zu nehmen. Gestern hatte ich beim Einkaufen das Gefühl, wenn ich jetzt zwei Kniebeugen mache, kippe ich aus den Latschen. Und auch im Bereich der Leber habe ich seit ein paar Tagen wieder diese Stiche.

Apropos Stiche. Vor einiger Zeit habe ich einen Brief von der AGOS (Leistungsabteilung Hartz IV) bekommen. Darin wurde mir mitgeteilt, dass ich die Verpflichtung zur Mitwirkung habe und meine Kontoauszüge vom März und eine Lohnabrechnung vorlegen müsse. Mitwirkungspflicht aufgrund von Leistungsbezug? Ich beziehe keine Leistungen, aber ich dachte: Okay, die wollten prüfen, ob meine letzten Bezüge gerechtfertigt waren, da ich ja jetzt einen Job habe. Also habe ich sie hingeschickt. Jetzt habe ich einen Brief bekommen, in dem mir mitgeteilt wurde, dass mein Antrag auf Leistung abgelehnt ist. Ich habe keinen gestellt.

Mein Gefühl sagt mir, wenn ich einen gestellt und abzugsfähige Kosten geltend gemacht hätte, würden mir Leistungen zustehen. Auf meine Sachbearbeiterin bin ich sehr gut zu sprechen, aber die Leistungsabteilung – die haben auch Stiche. An sich sollte ich Widerspruch einlegen, aber wenn ich einen Energieüberschuss habe, gehe ich lieber zum Arzt. Wenn die mich noch mal nach Kontoauszügen fragen, empfehle ich denen einen guten Arzt.

PS: Morgen wird ein langer Arbeitstag. Mühlenfest, da rechnen wir mit 2.000 Leuten. Mehr als 15 überstunden darf ich eigentlich nicht ansammeln. überstunden werden nicht bezahlt, sondern sollen abgefeiert werden. Morgen bin ich dann bei 36. In der nächsten Woche sieht es auch nicht danach aus überstunden abbauen zu können. Es sieht eher nach zehn Stunden pro Tag aus.

Aktienfonds der Seele

Samstag, 30. Mai 2009

Mitunter ist es schwierig zu schreiben. Zum letzten Eintrag:
“Manchmal ist es einfacher von Arschlöchern umgeben zu sein.” Wer soll das verstehen?

Menschlichkeit
Es ist einfacher zu denken: “Ihr könnt mich mal”

Ziele
Es ist einfacher zu denken: “Ich will gewinnen”

Moral
Es ist einfacher zu denken: “Gut vs. Böse”

Entscheidung
Es ist einfacher zu denken: “Ich hab recht”

Vier Himmelsrichtungen der Emotion.

Der Aktienfonds der Seele?
Geld, Macht, Anerkennung, Durchsetzungsvermögen deren Bullen.
Armut, Zweifel, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit ihre Bären.

Geld, Macht, Anerkennung, Durchsetzungsvermögen deren Bullen.
Armut, Zweifel, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit ihre Bären.

Bevor es einen Börsencrash gibt, ne Bad Bank.
Der Verstand wird angewiesen infizierte Werte auszubuchen.
Die Konten, ihr könnt mich mal, ich will gewinnen, … haben eine unbegrenzte Deckung.

Wenn der Aufsichtsrat Gewissen zustimmt, ist alles wieder in Butter. Ein solches Manöver stärkt den Währungsindex Kreativität und so können dann sogar Gewinne verbucht werden.

Mein verspießter Aufsichtsrat sperrt sich, die Kartellbehörde prüft derzeit den Vorwurf der illegalen Verabredung von “ich bin scheiße, ihr seid schuld” der beteiligten Konzerne.
Die Argumente, die Welt ist schlecht, die Menschen böse, ziehen bei mir nicht.
Und so dümpelt mein Kreativitätsindex weiter auf niedrigem Niveau.

Wann kommt der Ausstieg aus Hartz IV?

Freitag, 29. Mai 2009

Hallo Ralph K. kommt arbeitstechnisch gut klar. Der Stolz darüber, endlich mal wieder besser zu leben, durch eigene Kraft (bezahlte Arbeit), überwiegt meine Angst und schlechtes Gewissen darüber, dass ich keine Angaben mache.

Zumal die Zeit bald um ist, hoffe ich, dass alles gut geht und davon nichts auffällt bzw. niemand petzt. Immerhin kann ich jetzt meinem Zahnarzt statt vereinbarter monatlicher 20 Euro sogar 60 Euro geben. Ich hoffe, dass ich bald wieder arbeiten kann, aber dann am liebsten für den Ausstieg aus Hartz IV.
Bis bald Ralph K.

Notate eines hauptberuflichen Menschenverstehers I

Freitag, 29. Mai 2009

11.05.09
Gerenne und Gequatsche – der Tag so aufregend wie ein Stapel schmutziges Geschirr. Zu bewältigen zwar, aber wo bleibt die gute Laune? Alles so beiläufig und normal. Die Lektüre von Chateaubriand der einzige Thrill zwischendurch. Und das war auch noch ein fiktionaler.

“Augenblicke der Krise bewirken eine Steigerung der Lebenskräfte” (Francois-René De Chateaubriand)

13.05.09
Wir sitzen in der Nachbesprechung kuschelig zusammen, zu neunt verteilt auf fünf Sitzgelegenheiten. Kollegiale Beschreibungspower ohne Punkt und Komma. Abschließend fordert der Sozialarbeiter: “Erzähl doch jemand noch was Lustiges.” Antwortet die Praktikantin: “Dieses Büro”. Wahrheit oder Witz, wer will das schon wissen?

“We’re just ordinary people, we don’t know which way to go” (John Legend)

19.05.09
Große Nachfrage, viele Gespräche unterwegs. Monika lästert über Lenas lackierte Fußnägel. Die berichtet mir ausführlich von ihrer Pediküre. Und ich frage mich: Wo ist das Heilige im profanen Reich der Süchtigen?

“Junkies brauchen keine Fußpflegerin. Es gibt bei ihr nichts, was sich zu klauen lohnt. Wie viel kann man schon für eine Schachtel Hühneraugenpflaster und Warzensalbe rausschlagen?” (Mark Billingham)

22.05.09
Ein Leben ist ja dann interessant, wenn es viel Glück enthält, und auch ein bisschen Schmerz. Aber wie interessant ist erst ein Leben, in dem der Schmerz überwiegt? Wenn ich mir Karl-Heinz vor Augen führe, kenne ich die Antwort: gar nicht.

“Because when the smack begins to flow I really don’t care anymore” (The Velvet Underground)

27.05.09
Wieder Gerenne und Gequatsche. Aber bevor ich mich im deskriptiven Leerlauf ergehe, zu dem Tag heute nur soviel: gut überstanden. Gleiches gilt übrigens auch für meinen Kater Hubert.

“Von einer Katze lernen, heißt siegen lernen. Wobei siegen locker durchkommen meint, also praktisch: liegen lernen” (Robert Gernhardt)

Ich bin nicht gerne auf Almosen angewiesen

Donnerstag, 28. Mai 2009

Hallo an euch da draußen, wir haben es mal wieder nachts. Den ganzen Tag ging es mir schlecht, entweder werde ich krank oder es ist der Stress. Ich bräuchte wohl mal einen Urlaub, aber woher nehmen, wenn nicht stehlen :-)

Es ist schon dunkel und trotzdem hört man noch einige Vögel, können wohl auch nicht schlafen. Wenn ich ganz viel Glück habe, dann kann ich mir morgen ein Auto kaufen, mehr Einzelheiten dazu nächste Woche. Mein Gott, dann hätte ich wieder ein wenig mehr Freiheit. Aber erst mal abwarten dann ist die Enttäuschung nicht so groß.

Mein Kühlschrank leert sich und wir verzehren mal wieder Reste. Einerseits ist es ganz gut, wenn meine Gelder spät kommen, dann ist der nächste Monat nicht so lang. In dieser Woche habe ich mich mit jemandem unterhalten, die gar nicht begreifen kann, dass man im Leben kämpfen muss. Und das von einer Person, wo zwei sehr gute Gehälter im Haushalt sind.

Irgendwie kam ich mir so klein vor und als ob ich mich rechtfertigen muss, warum mein Leben so ist, wie es ist. Das hat mich so verletzt. Als ob ich gerne auf Hilfe und Almosen angewiesen bin. Im Moment möchte ich mich verkriechen, keine Verantwortung tragen, möchte mich einfach mal fallen lassen.

Habe heute in der Zeitung gelesen, dass wir Deutschen positiv denken, bei uns wird es keine Krawalle geben und die Wirtschaft würde sich noch in diesem Jahr erholen. Dass ich nicht lache: überall Kündigungen usw., aber vielleicht lassen wir uns ja gerne täuschen oder wir geben uns auf. Das wäre das Schlimmste, was passieren könnte, denn ich glaube nicht, dass eine große Wahlbeteiligung dann zustände käme. Wenn die Politiker nicht bald umdenken, dann möchte ich gerne mal in die Zukunft schauen können, denn meine Prognosen sehen gar nicht gut aus. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird noch größer werden. Trotz allem wünsche ich jeden da draußen ein schönes Wochenende und freue mich auf nächste Woche.
LG
Sigrid

Stimmung in Schieflage

Donnerstag, 28. Mai 2009

Die ganze Woche noch nichts geschrieben. Montag Gruppe. Okay, da ging nichts. Dienstag hatte ich nach der Arbeit auch etwas Ehrenamtliches zu tun. Gestern habe ich mich um fünf ins Bett gelegt, bin um zehn noch mal aufgewacht, gedacht es wäre schon wieder morgens und Zeit zur Arbeit zu gehen. Ich hab dann noch kurz in die Glotze gekuckt und danach bis morgens durchgeschlafen.

Heute wollte ich eigentlich Boule spielen, aber die Boulekugeln, die ich mir bestellt habe, sind noch nicht da. Meinem inneren Schweinehund kam das aber sehr recht. Also habe ich heute mal wieder Zeit zum Schreiben.

Am Montag hatte ich eine Auseinandersetzung mit einer Mitarbeiterin, beziehungsweise mit meiner direkten Vorgesetzten. Zu dem Thema wird es jetzt ein Klärungsgespräch geben. An sich ist es so ganz gut. Dieses Gespräch stand aus. Ich lasse mich nicht so leicht aus der Ruhe bringen, darum scheint es ziemlich zu wirken, wenn ich mal energisch Nein sage.

Die Stimmungsschieflage, die das nach sich gezogen hat, empfinde ich als nicht gerade launefördernd. Dieses Klärungsgespräch ist nötig und überfällig, und es wird sicher dazu führen dass ich mehr Handlungsspielräume und Kompetenzen bekomme, aber damit auch eine ganze Portion mehr Verantwortung trage.

Manchmal denke ich in der Art eines Schachspielers. Im Geschäftsleben habe ich es auch gemocht zu taktieren und zu wissen, mein Gegenüber tut es auch. Im Schach ist ein solcher Zug ein Damenopfer. Aber das hier ist kein Schach, es geht nicht um Taktieren, sondern um Klärung.

Klärung: Manchmal ist es einfacher zu wissen, man ist von Arschlöchern umgeben.