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Die 27-jährige Maria kommt mit ihrer knapp dreijährigen Tochter munter in den Behandlungsraum. Vor knapp zwei Monaten hatte die Stadt ihnen und ihrer Familie eine Rückfahrkarte in die Heimat, nach Rumänien gegeben.
“Dort nix gut zum Leben”, stottert Maria. Und auf meine bange Frage, wo sie denn in diesen noch empfindlich kalten Nächten mit dem Kleinkind nächtigt, stammelt sie etwas von einem “Haus – aber kalt dort”. Munter ruft die Tochter mir einen Straßennamen zu; sie lernt die Sprache der Fremden – etwas anderes bleibt ihr wohl nicht übrig.
Ich untersuche das Kind, weil Maria meint, es habe Husten. Aber die Kleine ist ganz unauffällig. Wir kennen uns schon, denn vor der letzten Ausreise war die Familie mehrere Monate in der Stadt. Immer wieder litt Milena damals an schweren Erkältungen, Infekten und Hautausschlägen. Das Straßenleben ist für diese Kleinen einfach zu hart. Die Sammelunterkünfte der Erwachsenen bieten zudem nicht den Entfaltungsraum, den ein Mädchen in ihrem Alter braucht. Maria verspricht, in der kommenden Woche die Roma-Union aufzusuchen, um vielleicht einen Kindergarten zu finden, in dem Milena ein wenig Kind sein darf – trotz aller Umstände. Ich bleibe skeptisch, ob es gelingen wird.
Viele Familien kommen zu uns auf der Suche nach einem besseren Leben. Ein Leben, das für ihre Kinder schon in jungen Jahren Stress, Krankheit und Leid bedeutet. Aber niemand fühlt sich so richtig zuständig für diese Menschen, die es ja eigentlich nicht bei uns geben sollte -werden darum die Rückfahrkarten so großzügig bezahlt?!

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