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2009 16 Mrz

Die Menge Cannabis erfuhr ich vom Richter

Autor: Keller | Kategorie: Haft | RSS 2.0 |
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Ich dachte nicht, dass ich einmal im Knast landen würde. Ich war eine ganz normale Mama, wie die von nebenan. Meine Ehe ging damals den Bach runter und ich musste ganz schnell eine Wohnung für meine Kinder und mich finden.Nachdem ich 15 Jahre Hausfrau und Mutter war, blieb mir nichts anderes übrig als der Weg zum Sozialamt. Dort wurde ich dann richtiggehend “verarscht”.
Erst wurden Zusagen gemacht und dann rechneten sie herum und letztendlich gingen wir leer aus. Die Aussteuerversicherung der Kinder war zu hoch, wir hätten Vermögen hieß es. Dass diese nicht zu kündigen war und erst mit dem 18. Lebensjahr der Kinder ausgezahlt werden würde, hat nicht weiter interessiert. Nur dass wir in unserem Kühlschrank gähnende Leere fanden und nur allein mit Miete und sonstigen Unkosten schon 50 Miese auf dem Konto.Mein Versuch zu arbeiten, wurde durch meine Mutter vereitelt. Ich hatte mich selbständig gemacht und mit gutem Umsatz Staubsauger verkauft. Doch als meine Mama an Lungenkrebs erkrankte, konnte ich nichts mehr verkaufen, nicht mal mehr ein einziges Stück. Ich begann, sie zu pflegen.
“Gute” Freunde halfen hier und da aus. Das brachte mich in Verlegenheit, ich fühlte mich verpflichtet und schon war ich in die Misere hineingeraten.
Ich fuhr deren Wagen mehrmals für sie oder fuhr mit. Welche horrenden Mengen Cannabis dabei transportiert wurden, erfuhr ich erst vom Richter. Auf meiner Anklageschrift stand Beihilfe zum Schmuggel von fast einer Tonne Cannabis!

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