Beim Eintreten der einjährigen Ruzica und ihrer viel zu jungen Mutter, die das Kind fast wie ein Bündel auf die Liege wirft, spüre ich Zorn und Ohnmacht: Wie können diese jungen Eltern ihr Kind einfach in eine fremde Welt mitnehmen, in der sie weder die Sprache sprechen, noch adäquat für sich und das Heranwachsende sorgen können?
Ruzica schreit ununterbrochen, so als spüre sie mein inneres Entsetzen. Ihr Vater steht hilflos daneben. Ich bitte die Mutter, die Kleine auf den Arm zu nehmen, damit sie sich beruhigt. Dies gelingt nur für einen Augenblick, kurz genug, damit ich feststellen kann, dass – zumindest auf den ersten Blick – keine ernste Erkrankung bei Ruzica vorliegt. Ihre Kleidung ist ungepflegt, die Windeln müssten gewechselt werden und wer weiß, wie und wo sie die vergangene Nacht verbracht hat? Durch die Sprachbarriere kann ich mich kaum mit den jungen Eltern verständigen. Ratlos und in der Hoffnung, dass sie es dennoch annehmen werden, bitte ich sie, in den kommenden Tagen die rumänisch sprechende ärztin im Stadtgesundheitsamt aufzusuchen.
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