Peter S.
MuseSuse
SigridH

Mit ‘verletzung’ getaggte Artikel

Menschen ärgern um aufzufallen

Dienstag, 07. Juli 2009

Maupassant hat mal gesagt, das Einzige, was der Mensch möchte, ist seiner Vereinzelung zu entrinnen. Deswegen wuseln die Menschen noch heute zu irgendwelchen Treffen. Hauptsache es gibt dort irgendwas zu essen, zu schlürfen und der Mensch ist nicht allein. Wir leiden an einer kollektiven Aufmerksamkeitsstörung. Genauso ist es im Knast, mein Freund. Sobald diese bescheuerte Tür mit dem blauen Schild “ohne Arbeit” aufgeschlossen wird, laufen wir Eingepressten los – als wenn wir noch die Tür im Kopf haben – um der Vereinzelung ein Ende zu bereiten.

Heute gehe ich zu meinem Busenfreund. Er ist sozusagen mein Zeitbusenfreund. Der beste, den ich je hatte. Aber das ist in Wirklichkeit Unfug, das wissen wir zum Glück beide. Wir brauchen uns in einer grotesken, abnormen Weise. Frank ist ein klassischer, dürrer Choleriker. Er verkörpert das, was ich so gern mag: Den nervösen, unruhigen, ständig umtriebigen Menschen, der mit sich selbst nichts anzufangen weiß, aber mit mir. Wir spielen Schach. Wann immer er verliert, fliegen die Figuren und er sagt dann, ich hätte während des Spiels andauernd gequatscht. So war es gestern, so ist es heute, so wird es morgen sein. Was interessiert Dich das? Frank sagt, der Grund seines Verlierens sei mein Gequatsche.

Aber nur in einem hat Frank recht. Wenn ich merke, die Situation ist brenzlig, stelle ich eine komplizierte Frage, beschuldige ihn, dass ich glaube, er sei ein Lümmel, weil er einen Knaben aus dem anderen Flügel begehrt und schon klappt er an, der Fisch zappelt. Ich manipuliere ihn. Das habe ich schon mit meiner Mama gemacht. Um von ihr überhaupt Aufmerksamkeit zu erhalten, habe ich sie einfach geärgert und dann darüber gekichert und später gelitten an den Striemen, die sie mir im Folgenden zuführte.

Noch heute stänkere ich gern, wenn ich merke, dass sich der Andere dadurch ärgern lässt. Am liebsten beschuldige ich kurios. Außer Menschen, die ich wirklich liebe und die mich lieben. Ich weiß, echte Liebe beschuldigt niemals. Auch Romantiker tun das nicht, und auch die wahren Gläubigen nicht, etwa die, die einen übersinnlichen Bezug zur Welt haben. Es mag den Begriff der Schuld geben, doch für Liebende ist er ausgeklammert. Wer Schuld gibt, der würgt und klammert auch.

Von leichten und schweren Prüfungen

Montag, 29. Juni 2009

Nun ist es wieder ruhig in meiner Wohnung. Mein Sohn ist abgereist, haben ihn noch zum Bahnhof begleitet. Drei Tage war er hier und hat auch seine Freunde getroffen. Für uns kochte Johannes ein wunderbares Essen. Am Donnerstag verlas der Junge einen eigenen Text nach der Mittagsandacht und ich sprach von Dietrich Bonhoeffer das Gedicht “Von guten Mächten wunderbar geborgen”. Es ist ein Text, der uns beide betrifft und viele andere auch.

Jeder geht seinen Weg und muss doch leichtere und schwerere Prüfungen bestehen im Leben. Johannes hat in seinen jungen Jahren auch schon viel erfahren müssen. Ich hoffe, dass es bei Nikotingenuss bleibt und nicht Alkohol und Drogen wieder einen Stellenwert finden in seinem Dasein. Zurzeit schreibt er an zwei Theaterstückchen, das eine ist autobiographisch angelehnt.

Meine Schwermut ist gewichen mit diesem Unwohlsein, Beklommenheit nach harter Kritik einer Chorschwester. Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr bei solchen Dingen. Ist doch Kirche auch ein offener Raum für Kunst, für Leben und für alles, was unserem Herrgott Freude macht. Ich denke im Gebet an diese Schwester mit, meinen Sohn und vieles andere. Rabidranath Tagore hat mal gesagt: “Glaube ist der Vogel, welcher singt, wenn die Nacht noch dunkel ist.”

Alles Liebe wünscht Susi L. aus Jena

… und noch ein negativer Nachschlag

Freitag, 12. Juni 2009

Hallo an alle da draußen, leider konnte ich einige Zeit euch keine Mitteilungen schreiben. Ich hatte es am 29. Mai endlich geschafft ein Auto zu bekommen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken, besonderen Dank an die Heinz und Mia Krone Stiftung. So viele Menschen haben so viel Energie daran gesetzt und mir ein Auto vermittelt. über Pfingsten ging es mir nicht so gut, so dass ich mich am Dienstag so gefreut habe, wieder fahren zu können. Leider währte meine Freude nicht lange. Irgendwie schon wie immer ;-) .

In der Mittagszeit wollte ich meine Kinder zum Freibad bringen und an einer Kreuzung fuhr mir jemand in mein Auto. Ich liege seit über eine Woche flach, habe ein Schleudertrauma und eine Prellung im Knie, meine Brille ist kaputt und ich habe jetzt die Lauferei mit diesem Unfall. in ziemlich daneben, habe starke Schmerzen. Heute bekam ich noch eine Spritze, was mit dem Auto ist weiß ich noch nicht. Immer wenn ich denke es wird besser, bekomme ich negativen Nachschlag. Wer weiß wozu dieser Unfall gut war. Ich bete darum, dass es uns bald wieder besser geht.

Eine gute Sache habe ich aber noch, meine Kinder haben die Zimmer getauscht und ich habe jetzt ein eigenes Zimmer und brauch nicht mehr im Wohnzimmer schlafen. Mir fehlen zwar noch einige Möbel und eine Matratze, aber wie heißt es doch so schön: Kommt Zeit, kommt Rat.

So, ihr Lieben, ich wünsch euch alles Gute.
Bis bald Sigrid