Anna Maria Haas
Rainer S.
SigridH
Thorsten Bathe
SigridH

Mit ‘unfall’ getaggte Artikel

Abgerutscht

Freitag, 06. November 2009

Motorrad – © Milosz Wozaczynski - Fotolia.comSchon als kleines Kind hatte Holger einen Traum: „Ich kaufe mir mal eine Harley“. Eine schreckliche Vorstellung für die Mutter, die ihren Bruder bei einem Motorradunfall verloren hatte. Inzwischen macht Holger eine Ausbildung im Betrieb seines Vaters. Die Leidenschaft für den Motorradsport ist geblieben. „Wenn ich bald eigenes Geld verdiene, kaufe ich mir ein Mofa“, lautete seine Ansage. Doch dann kam alles anders. (weiterlesen…)

Das Mühlrad ist wieder in Gang

Freitag, 24. Juli 2009

Ein langer Arbeitstag gestern. Nach einer langen Zeit, in der das Mühlrad stillstand, läuft es jetzt wieder. Es war ein Zwölf-Stunden-Tag und als ich nach Hause kam, war ich etwas überdreht, kam nicht zur Ruhe und nicht vor zwei Uhr in den Schlaf. (weiterlesen…)

Ich will nie wieder abstürzen

Dienstag, 07. Juli 2009

Familie HundHallo an euch da draußen. Der Sommer ist da, die Ferien sind angekommen, wir genießen es. Nach meinem Unfall geht es mir langsam besser, vier Wochen ging es mir sehr schlecht. Mein Doc hat die Dosis vom Morphium ein wenig runtergesetzt. Jetzt habe ich Schmerzen und gleichzeitig ein Gift in meinem Körper. Tja, wäre schön, wenn man zaubern könnte, aber wir sind ja nicht bei “Wünsch dir was”. Leider sieht das reelle Leben komplett anders aus.

Ich habe nachdem ich mich zurückgezogen habe, lange Zeit gehabt zu überlegen, wie ich da wieder rauskomme. Mutig habe ich mich durchs Telefonbuch gekämpft und habe jemanden gefunden von der autonomen Frauenberatung. Eine tolle Frau, mit der ich reden kann und die mir hilft meine Träume zu verarbeiten.

Hatte schon zwei Sitzungen, seit dem geht es mir schon ein wenig besser. Ich glaube, ich muss noch viel lernen. Vor einigen Jahren hatte ich gedacht, nie wieder eine Therapie machen zu müssen, aber mit meiner Vergangenheit geht es nicht anders. Denn ich möchte nie wieder abstürzen und stark sein. Vor einer Woche rief mich eine frühere Klassenkameradin an, die meine Berichte in der Zeitung und hier auf dieser Seite gelesen hat. Sie möchte mir gerne in einigen Dingen helfen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich mich gefreut habe. Nicht weil sie mir behilflich ist, sondern einfach nur, weil ich mich so gefreut habe, wieder Kontakt mit ihr zu haben. Mein Umfeld hat sich in den letzten Jahren immer mehr verändert und das ist gut so, denn früher waren da fast nur Leute, die selber abhängig waren.

Seit letzter Woche habe ich mein Bürokram erledigt, selbst meine Rechnungen sind fast alle bezahlt, aber ich weiß jetzt schon, dass ich nur noch für zwei Wochen Haushaltsgeld habe. Im Moment versuche ich nicht in Panik zu verfallen oder mich wieder zurück zu ziehen. Wo ich gar nicht klarkomme ist, dass die Kids nicht viel unternehmen können, weil dafür kein Geld da ist!

Letzten Mittwoch haben ich und Momae, seinen Bruder zur Nordsee gefahren, er hatte eine Eignungsprüfung zum Informatiker. Diesen Test hat die Arge angefordert, in der Hoffnung, dass sie die Umschulung nicht bezahlen brauchen. Aber “oh Wunder ” ;-) Er hat bestanden. Ich bin so stolz auf ihn, aber geschafft hat er es immer noch nicht. Jetzt fehlt der Behörde noch ein Augentest… Mal sehen, wie lange die das noch heraus ziehen. Für diese Umschulung kämpft er schon ein Jahr, denn seinen Beruf darf er nach der Lehre, aus gesundheitlichen Gründen, nicht mehr ausführen. Von wegen, in Deutschland wird man gefördert! Der Tag an der Nordsee war zwar stressig und mein Rücken hat sehr geschmerzt, aber ich habe ihn genossen. Ich liebe die Nordsee fast so wie die Niederlande.

So, ich wünsche euch eine tolle Ferienwoche liebe Grüße Sigrid.

Auf Koks ist jeder ein Künstler

Montag, 22. Juni 2009

“Thorsten? Ey, das gibt’s doch gar nicht.” Mein Blick muss mich verraten haben. Aber wenn man sich nach über 15 Jahren zufällig in der Kölner Innenstadt noch einmal über den Weg läuft, darf man das wiedererkennende Hallo auch mal vermissen lassen. Es müssen erst noch ein paar Groschen fallen, bis sich die Milliarden Neuronen in meinem Gehirn sortiert haben. Dann aber richtig. Darf ich vorstellen: Max. Maler und bildender Künstler.

Als wir uns 1993 in Hamburg kennen gelernt haben, drohte ihm akutes Nierenversagen. Sein physischer und psychischer Zustand waren besorgniserregend. Dazu beliefen sich seine Drogen-Verbindlichkeiten auf über 80.000 D-Mark, zu zahlen an die damals herrschende Telefongesellschaft. Er war auf die glorreiche Idee gekommen, seine afrikanischen Dealer über Monate für Kokain frei Haus vom eigenen Anschluss in die Heimat telefonieren zu lassen. “Ich würde sagen: Beschaffung mal kreativ gelöst”, erklärt mir Max mit einem Zwinkern. Wir beobachten zusammen das Treiben auf dem Neumarkt. “Letztendlich haben meine Eltern das dann gerichtet. Später habe ich ihnen jedoch einen großen Teil des Geldes zurückgezahlt.” Vor lauter Aufregung gehen mir viele Fragen durch den Kopf.

Als Sozialarbeiter im illegalen Drogenmilieu erlebe ich es nicht oft, dass es jemand schafft, sich langfristig wieder eine legale Existenz zu erarbeiten. Die meisten Karrieren verlaufen wie eine Treppe – leider abwärts. “Ein Wunder, dass du doch noch die Kurve bekommen hast. Was ist damals passiert?“, frage ich schließlich. “Zwei Momente Klarheit“. Max blickt mich ernst an. “Kaum hatte ich früher die Lines in der Nase, war ich der Größte. Rembrand meets Dali in Personalunion. Selbstüberschätzung und Selbstzufriedenheit ohne Maß. Schnelle Witze, spritzige Antworten, noch schnellere Ideen. Weltmeister im Bilder raushauen. Einfach lächerlich. So lächerlich, wie die Skizzenentwürfe nach jeder weiteren durchgekoksten Nacht”, ereifert er sich und fügt ruhiger hinzu: “Letztlich überzeugt hat mich dann aber die Geschichte mit Conny. Sie zog die erste Line. Plötzlich ein Schrei. Blut strömte aus ihrer Nase. Das Kokain war mit Glasstaub versetzt. Da hat es bei mir endlich Klick gemacht. So von wegen auf Koks ist jeder ein Künstler. Das ganze geheimnisvolle, euphorische Gerede – alles Geschwätz.

… und noch ein negativer Nachschlag

Freitag, 12. Juni 2009

Hallo an alle da draußen, leider konnte ich einige Zeit euch keine Mitteilungen schreiben. Ich hatte es am 29. Mai endlich geschafft ein Auto zu bekommen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken, besonderen Dank an die Heinz und Mia Krone Stiftung. So viele Menschen haben so viel Energie daran gesetzt und mir ein Auto vermittelt. über Pfingsten ging es mir nicht so gut, so dass ich mich am Dienstag so gefreut habe, wieder fahren zu können. Leider währte meine Freude nicht lange. Irgendwie schon wie immer ;-) .

In der Mittagszeit wollte ich meine Kinder zum Freibad bringen und an einer Kreuzung fuhr mir jemand in mein Auto. Ich liege seit über eine Woche flach, habe ein Schleudertrauma und eine Prellung im Knie, meine Brille ist kaputt und ich habe jetzt die Lauferei mit diesem Unfall. in ziemlich daneben, habe starke Schmerzen. Heute bekam ich noch eine Spritze, was mit dem Auto ist weiß ich noch nicht. Immer wenn ich denke es wird besser, bekomme ich negativen Nachschlag. Wer weiß wozu dieser Unfall gut war. Ich bete darum, dass es uns bald wieder besser geht.

Eine gute Sache habe ich aber noch, meine Kinder haben die Zimmer getauscht und ich habe jetzt ein eigenes Zimmer und brauch nicht mehr im Wohnzimmer schlafen. Mir fehlen zwar noch einige Möbel und eine Matratze, aber wie heißt es doch so schön: Kommt Zeit, kommt Rat.

So, ihr Lieben, ich wünsch euch alles Gute.
Bis bald Sigrid