SigridH
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Frey

Mit ‘tafel’ getaggte Artikel

Wer nichts hat, ist wenig wert

Montag, 12. Oktober 2009

Alte Schuhe © Jörg Jahn - Fotolia.comHallo an euch da draußen. Habe mich lange nicht mehr gemeldet, war krank. Hatte wieder eine Lungenentzündung. Es ist so viel passiert, dass ich es gar nicht fassen kann, wie steil ein Abstieg noch werden kann. Habe diesen Monat ein Haushaltsbuch angefangen. Nach dem Bezahlen aller Rechnungen bleibt nicht einmal Geld fürs Essen ab dieser Woche übrig. Werde nächste Woche zur Tafel gehen und ich danke Gott dafür, dass es diese gibt, auch wenn es große Überwindung kostet. (weiterlesen…)

Der Kampf gegen die Armut endet nicht mit einer warmen Suppe

Mittwoch, 10. Juni 2009

Deutschland ist trotz Krise eine der reichsten Volkswirtschaften der Welt. Da fällt es schwer zu verstehen, dass es tausenden Menschen an Lebensmitteln, Kleidung oder Wohnraum fehlt. Die spärlichen staatlichen Sozialleistungen führen bei vielen zu sozialem Abstieg und Isolation. Mit Tafeln weisen wir diesen Menschen einen Ort zu, der ihnen durch die überschussproduktion der Konsumgesellschaft das überleben sichert. Sind Tafelprojekte also die Lösung des Problems und sollten ausgebaut werden? Ja und nein.

Armut und Elend wird öffentlich

Nein, weil Tafelläden in ihrer jetzigen Form die selbstbestimmte Teilhabe von Menschen einschränken. Sie sind Orte, an denen Armut und Elend und damit die Scham von Menschen in die öffentlichkeit getragen werden. Sich in die Warteschlange vor dem Tafelladen einreihen zu müssen widerspricht dem Freiheitsgrundsatz der Selbstbestimmung.

Begegnung und Befähigung gehören dazu

Gut und deswegen zu begrüßen ist, dass Tafeln oft Kooperationsprojekte zwischen Caritas, Kirchengemeinden und anderen Trägern sind. Dass dort Hilfen im Verbund organisiert werden und sich Ehrenamtliche wie Hauptamtliche für ein gemeinsames Ziel engagieren: Die Not der Menschen zu lindern.

Gut ist, wenn sich Menschen in den Tafeln begegnen und die Hilfeempfänger nicht nur “abgespeist” werden. Wenn Jugendliche dort kochen und den Haushalt führen lernen. Fähigkeiten, die sie in den Familienalltag einbringen können.

Doppelstrategie: Helfen und soziale Gerechtigkeit einfordern

Wirksame Armutsbekämpfung geht jedoch über die überlebenssicherung hinaus. Sie verfolgt eine Doppelstrategie: Neben den alltagsnahen Hilfen für die Betroffenen müssen wir Einfluss nehmen auf die Sozialpolitik und die Vorsorge verbessern. Dabei geht es um soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Solidarität.

Die Caritas tritt solidarisch für jene Menschen ein, die am Rande stehen. Damit konfrontiert sie zugleich große Teile der Gesellschaft mit dem Lebensrisiko, nicht immer in der Mitte zu stehen. Die Kombination aus konkreten Hilfen und struktureller Bekämpfung der Armut sollte uns als Gesellschaft allerdings dazu in die Lage versetzen, die Grundlagen für ein Leben in Würde und Selbstbestimmung zu sichern – und zwar für alle Menschen.

Johannes Böcker
Diözesan-Caritasdirektor im Caritasverband für die Diözese Rottenburg-Stuttgart 

Links zum Thema Tafeln

Warmes Essen für einen Euro

Dienstag, 13. Januar 2009

Dienstags und donnerstags bieten wir ein warmes Essen für unsere Besucher an. Heute gab es Bratwürste und Pommes. Es hat sich mittlerweile eingespielt, dass dienstags extra für die Mahlzeit eingekauft wird und dadurch auch teureres Essen angeboten werden kann. Das kostet dann zwei Euro.
Einmal pro Woche bekommen wir Lebensmittelspenden der Offenburger Tafel. Aus diesen Spenden wird – wenn es möglich ist – zu großen Teilen das Essen am Donnerstag zubereitet. Oft gibt es dann zum Beispiel einen Gemüseeintopf. Da uns da weniger Kosten entstehen, kostet das Essen sogar nur einen Euro.
Diese Dienstleistung ist für einige unserer Besucher fast schon überlebenswichtig. Wir können sie aber nur anbieten, weil wir eine äußerst engagierte Ein-Euro-Kraft haben. Waltraud managt unseren kompletten Thekenbereich und kocht außerdem zwei Mal die Woche. Sie ist für unsere Einrichtung ein Glücksgriff. Unser kleines 4er-Team könnte das mit dem Essen sonst nicht leisten.
Der Kontaktladen hat seit der Einführung des Arbeitslosengeldes II durchgängig Ein-Euro-Jobber. Oft haben diese uns mehr Arbeit gemacht, wie wenn wir die Aufgaben selbst erledigt hätten. Seit Oktober letzten Jahres haben wir nun unsere aktuelle Ein-Euro-Kraft. Waltraud hat mit Drogen und der Szene nichts zu tun. Sie kann sich sehr gut abgrenzen und lässt sich nicht auf irgendwelche Absprachen ein. Sie ist sehr selbstständig, organisiert und Stress gewohnt, da sie Mutter von sieben eigenen Kindern ist und schon mehrere Pflegekinder hatte. Es ist super, was Waltraud hier im Kontaktladen leistet.