Als ich das letzte Mal aus der Selbsthilfegruppe kam, ging mir die Frage durch den Kopf, wie es mir wohl ohne die Selbsthilfe ginge. Ein Gedanke, der in mir ein flaues Gefühl auslöst. Spontan habe ich gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit bei 30 Prozent liegt, ohne die Gruppe wieder auf der Nase zu liegen. Aber das passt glaube ich nicht. (weiterlesen…)
Mit ‘sucht’ getaggte Artikel
Besser vor dem Hindernis lenken
Montag, 12. Oktober 2009Wie unanständig ist Geld ausgeben?
Montag, 05. Oktober 2009
Das flaue Gefühl verflüchtigt sich. Als ich das letzte Mal am Kontoauszugdrucker stand, dachte ich: Das wird schon. Ein wirklich völlig neues Gefühl. Es sieht so aus, als seien die Zeiten, in denen ich in den Waschsalon gehen muss, bald vorbei. Ein etwas befremdliches, absolut unbekanntes Gefühl und manchmal denke ich, dass es fast etwas Unanständiges hat, sich zu überlegen, was man mit seinem Geld macht. (weiterlesen…)
Länger als drei Tage
Freitag, 02. Oktober 2009„Wie geht’s dir denn“, flötete mir Sylvia entgegen, als ich sie Wochen nach ihrer Haftentlassung wieder auf dem Neumarkt sehe. Das Hirn gebadet in Korn, um die Langeweile zu vergessen, die die Anstrengung mit sich bringt, das Leben zu gestalten. „Das gleiche wollte ich dich auch gerade fragen?“ „Na ja, siehste’ ja, is’ aber ok, hab’ mich mit Alk und Shore wieder gut eingeschossen“. „Und wo wohnst du jetzt?“ „Bin mal wieder on the road again. Feiern und BeWo is’ ja bäh. Bin nach der ersten Nacht nicht mehr hingegangen“. (weiterlesen…)
Heroin verkleistert das Leben
Freitag, 02. Oktober 2009
Krankheit hat im Leben eines Junkies keinen Platz. Über Magenbluten wird da schon mal hinweggesehen. Klar hat man auch so seine Zipperlein. Irgendwann sind dann auch diese leidigen Abszesse dabei. Aber egal. Die allermeisten Abszesse sind nicht schmerzhaft, aber mit ihnen beginnt ein Stadium von Sucht, das ich immer wieder vor Augen habe. Morgens wach zu werden, weil sich der Entzug meldet. Die Gier nach einer Spritze Heroin. Das muss dann klappen, auch wenn keine Vene in Sicht ist. (weiterlesen…)
Augen zukneifen und Chancen erkennen
Freitag, 25. September 2009
Als ich heute mit einem Kollegen zur Kontrolle an die Umflut ging, lag da ein Päckchen Gras vor uns. „Warning! This may change your life!”, stand nicht auf der Packung wie es der niederländische Sozialarbeiter im Eintrag von Thorsten Barthe mit einem Augenzwinkern anmerkte. Es war auch eher ein Augenzukneifen als ein Augenzwinkern bei mir. Tja, für mich stand da eher: “Nice day, but it will cause struggle. Make your choice.” (weiterlesen…)
Wie bestellt und nicht abgeholt
Freitag, 18. September 2009
Ich grüble, also schlafe ich nicht. „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ist wohl der einzige Diskothekenfilm, in dem niemand tanzt. Seltsam. Die 13-jährige Christiane verlässt das Berliner Trabantenghetto Gropiusstadt, um sich auf der Toilette der größten Disco Europas die Spritze mit Heroin in Arme, Beine und Hals zu drücken. Ihr Freund Detlef schaut sie dabei so schüchtern und zärtlich an wie sonst nur Romeo seine Julia. Noch seltsamer.
Glücklicherweise sehe ich so junge Klienten kaum. Trotzdem gibt es sie. Mir gehen Marie und Simon durch den Kopf. (weiterlesen…)


