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Mit ‘straßenzeitung’ getaggte Artikel

Die Maulwurfstorte

Dienstag, 12. Mai 2009

Die Torte ©  milla74 - Fotolia.comHeute ist ein wettermäßig durchwachsener Tag. Die Zeitungsgeschäfte laufen recht gut. Mit Begeisterung spreche ich von Peter Fauser das Gedicht “Der Frühling”. Einem Jenaer Professor
für Erziehungswissenschaften und Gründer + Chef der Institution Imaginata. Dieses Gedicht geht mir unter die Haut. Herr Hesse und Rilke hätten auch ihre Freude damit. Den Zuhörern gefällt es gut.

Ich freue mich auf meinen Sohn Johannes, der wegen der goldenen Hochzeit meiner Eltern nach Jena kommt. Ein lieber Freund und Theologiestudent hat uns wieder eine leckere Torte gebacken. Jeder Mensch ist anders begabt. Mir liegt die Küche und alles was damit verbunden ist nicht so. Für unseren Tobias ist es gleich eine gute Möglichkeit sich auszuprobieren. Diesmal war es eine Maulwurfstorte. Das ist etwas Feines mit Bananen, Creme und anderes. Eine kulinarische Kostbarkeit, Gaumenfreude zum Kaffee.

Im Gegenzug gab es für unseren Kuchenschmied Spargel und Einkaufsgutschein, da hat er sich auch gefreut. So kann man sich noch gegenseitig etwas helfen. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen. Mein Sohn hat ein Theaterstück geschrieben für die goldenen Hochzeitsfeierlichkeiten. Mal sehen wie dieses neben anderen Aktivitäten ankommt.

Herzliche Maiengrüße von Musesuse aus Jena

Die linden Lüfte sind erwacht

Mittwoch, 08. April 2009

In der Innenstadt von Jena war richtig was los. Der traditionelle Holzmarkt mit seinen vielen Ständen lockte Groß und Klein zum Schauen und Kaufen. Natürlich durfte auch die zünftige Blasmusik, Bratwurst und Bier nicht fehlen. Auf dem Marktplatz, die Kastanien entfalten langsam ihre Blätter. Für mich Anlass immer mal ein Gedicht laut zu rufen. Von ganzem Herzen “Leise zieht durch mein Gemüt” von Heinrich Heine oder “Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte” von Mörike richtig laut rezitiert.

Diese Sonne und die ganze Stimmung, das muss ich ausleben auf meine Weise. Sogar zwei Zeitungen habe ich verkauft. Diese Sehnsucht nach Grün in mir, also gesungen “Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün.” Mit geschenkten Birkenzweigen und goldgelben Osterglocken ging es mit erfüllten Herzen nach Hause.

Am Nachmittag hatte unser Kirchenchor Generalprobe. Hach, dieser Klang in der Drackendorfer Kirche. Eine alte Passionsmusik mit Flöten, Evangelist, Jesus und Chor, sehr anspruchsvoll. Das wird bestimmt ein tolles Erlebnis, diese Aufführung morgen. Wie sagte doch Augustinus: “Die Seele nährt sich an dem sie sich freut.”

Alles Liebe wünscht Suse L. aus Jena

1000-fache Frühjahrsgedanken

Montag, 30. März 2009

Nach der Arbeit in der Gärtnerei entschließe ich mich doch nach Hause zu gehen und einen Ruhigen zu machen, bis zur 17 Uhr Veranstaltung heute. Es gibt vorgekochtes Hühnerbein mit Reis, dann ein kurzes Schläfchen.
Nun sitze ich hier, höre Radio MDR Figaro, meinen Lieblingssender, und schreibe. In den Nachrichten Schauerliches wie z. B. Amokläufe, sonst Krise und anderes. Ja, eine Welt im Umbruch. Müssen wir nicht viel sparsamer mit unseren Naturressourcen umgehen, ein neues Bewusstsein entwickeln? Fragen über Fragen. Es gibt Prophezeiungen, dass eines Tages Kriege geführt werden um Trinkwasser und daseinswichtige Dinge.
Meine Gedanken zum Frühjahr schreibe ich an Freunde. Im Januar und Februar habe ich 1040 Kopien zweier Gedichte auf Karton mit zur Straßenzeitung verschenkt. Es ist wichtig auf Elementares hinzuweisen, auf Eigentliches. Diese Aktion habe ich über den Verkauf der Straßenzeitung finanziert. Von Elli Michler “Ich wünsche dir Zeit” und von Peter Bossegger “Wünsche zum neuen Jahr”. Beides ganz aktuell. Wie heißt es bei Letzteren:

Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit.
Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid.
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass.
Ein bisschen mehr Wahrheit – das wäre was.

Grüße von Suse L. aus Jena

Einladung

Dienstag, 24. März 2009

Nach getaner Arbeit in der Gärtnerei geht’s nach Haus ausruhen. Bin auch gespannt auf das Hörerforum um 13:00 Uhr bei MDR Figaro. Und richtig, ein Ausschnitt meines Beitrages wurde gesendet.
Zur Zeit bewegt ja vieles die Gemüter. Wohin mit unserer Freiheit? Schließlich gehe ich zum Zeitungsverkauf auf die Johannisstraße. Ein Nachmittag, durchwachsen mit Schneeschauern und frischen Temperaturen. Die Abendsonne verzaubert die Stadtkirche und angrenzende Hauspartien in ein phantastisches Bild. Dazu momentan blauer Himmel. Für Stehenbleibende gibt es Abendgedichte. Verkaufe immerhin vier Zeitungen in 2,5 Stunden und halte die Gedichte frisch dabei. Eine liebe junge Frau mit drei Kindern lädt mich zum Nudelessen ein.
Schön ist es sich auszutauschen, mit netten aufgeweckten Kindern am Tisch zu sitzen. Aber Probleme gibt es überall. Ein Kind braucht eine Spezialkost. Nicht einfach für diese Familie, zumal die Mutter erst mit dem Studium fertig geworden ist und noch nicht verdient.
Etwas nachdenklich, aber auch zufrieden mit diesem Tag, gehe ich nach Hause. Mein Sparstrumpf freut sich über die Zeitungseinnahmen.

Die Tiefs hinter mir lassen

Donnerstag, 19. März 2009

Endlich wärmere Temperaturen. Für mich heute der Wunsch, den nächsten Sonnabendvormittag singend auf dem Markt zu verbringen. Heute keine Zeitung los geworden, dafür wieder nette Leute getroffen und das Marktleben betrachtet.

Am Nachmittag geht es los, mit Gitarre in die Natur, Frühlingslieder üben. Silberdisteln vom letzten Jahr stehen am Wegesrand. An geschützten Stellen leuchten blau und rosa die Leberblümchen. Die Hänge sind noch bräunlich grau. Nur die entgegenkommenden Wanderer leuchten bunt. Auf der Horizontalen am Johannisberg – weite Sicht über Stadtteile, Saale, Gärten, Wald und Felder.

Für mich auch wieder eine gute Sache, die Tiefs der vergangenen Tage hinter mir zu lassen. Laufen, singen, die Natur einzuatmen. Rauchschwaden von Feuern in den Gärten ziehen durch die Lande. Gut ist es, sich immer wieder herauszuziehen, tätig zu werden. Da kann solch ein Gang in die Natur hilfreich sein. Nun noch den Abend besingen am Rastplatz über der Lobdeburg. Den Frühling locken mit Gesang. Ich freue mich auf Kommendes. Das Jahr ist noch lang.

Herzliche Grüße von Susi L. aus Jena