Morgen steht der Maschinentransport an. Die Werkstatt meiner Eltern, in der diese Maschinen standen, wird gerade abgerissen. Da endet ein Kapitel. Ein Kapitel, das genau so lange gedauert hat wie mein Drogenkapitel. Und beide Kapitel haben ineinandergespielt und waren ähnlich stark. Ein ganzer Schwall von Gedanken schießt mir durch den Kopf, wenn ich daran denke. Vor gut vier Jahren habe ich mir gesagt, dass ich es schaffen muss, die Firmenübernahme hinzubekommen. Entweder ich schaffe das oder ich hänge mich weg, habe ich mir gesagt. Es wird dich ein Leben lang verfolgen, wenn du hier scheiterst, darüber kommst du nicht hinweg. Weder das eine noch das andere habe ich hingekriegt.
Ich kann das jetzt geklärter sehen. Ich merke, dass ich vielleicht das erste Mal in meinem Leben eine Chance habe, eine Chance etwas zu verwirklichen. Eine Chance mich zu verwirklichen.
Die einzige Möglichkeit drüber hinwegzukommen? Die Zeit zerrt einen über alles hinweg, entfernt einen von den Erlebnissen. Aber Sehnsucht heftet Gefühle an Träume und Schmerzen der Vergangenheit. Loslassen? Es ist eher ein Zulassen. Wenn ich neue Träume habe und sich meine Sehnsucht nach vorn richtet, ich dabei merke, freier zu sein als ich es war, dann kann aus dem Scheitern ein Lernen werden. Es wird noch eine ganze Zeit dauern, bis ich mich neu formatiert habe, aber die Sichtweise, dass ich erfolgreiches Scheitern lerne, wird klarer. In meinem Denken kreise ich dauern um mich. Zum Kotzen so was. Wäre sehr wünschenswert, wenn ich es hinkriege, mehr nach außen als nach innen zu blicken.


