Bin froh, zeitig um 8.30 Uhr aus dem Bett gekommen zu sein. Nach meinen Wintertief doch ganz lobenswert. Aber ich weiß, wenn der Geist willig ist, geht es auch früher. Straßenzeitungsverkauf auf der Johannisstraße in Jena Zentrum. Ein sonniges Plätzchen, Leute flanieren vorbei, Vögel singen in Grünanlagen. Ich frage viele Leute, ob sie Interesse haben an einer Zeitung. Kaum einer. Zum Glück sind meine Erwartungen ganz niedrig. Sonst wäre das eine oft frustrierende Beschäftigung bei so viel Ablehnung. Nur gut, dass ich so viele Leute kenne.
Dann einfach so ein Gedicht gesprochen. Das ist für mich auch schön. Heute war wegen des guten Wetters “Frühling auf Vorschuß” von Erich Kästner dran. Genau der März von Kästner. Die Gespräche sind es, freundliche Grüße, Stimmungen, das Frischhalten von Gedichten, das Dabei sein lässt mich immer wieder neuen Mut schöpfen.
Diesmal spare ich für eine kleine Reise im Mai. In zwei Stunden heute zwei Zeitungen verkauft. Nun sitze ich bei einem Kaffee in der Gärtnerei und schreibe. Blick auf Blühendes wie Zaubernuss, Primeln und Jasmin. Ein herrlicher Platz. Freue mich, einigen Aufgaben nachzugehen. WC-Reinigung und kehren. Dieser Betrieb ist eine Insel am Strom der Zeit. Straßenbahn und belebte Straße vor der Tür.
Von mir Gedanken zum Frühjahr:
Die Tage werden wieder länger.
Der Gesang der Vögel intensiver.
Büsche und Bäume zeigen dicke Knospen.
Eine Welt voller Erwartungen.
Frühblüher erfreuen unser Auge und Herz.
Wir genießen die milden Winde und die wärmende Sonne.
Alles ist im Wandel, Tag und Nacht, die Jahreszeiten und die Menschen mittendrin
Ach mögen wir doch zufrieden sein und dankbar.
Nun ein Zitat von Pearl Buck:
Viele Menschen versäumen das kleine Glück,
weil sie auf das große vergeblich warten.
Herzliche Grüße von Suse


