02.07.09
Ich denke an meine Freundin, an mich, an uns. Wenn ich es gut mit ihr meine, sage ich ihr immer, sie sei wie die Musik von Hildegard Knef. Wenn sie durch die Türe tritt, beginnt etwas zu schwingen. Auch Melancholie ist wie Musik, alles durchdringend, innen wie außen zugleich.
“Vielleicht fragt dich eines Tages jemand, der noch unbestechlich: Wie viel Menschen waren glücklich, dass du gelebt? Und du gleitest durch Spiralen der Erinnerung, durch Verzweiflung und durch Freude, und die Trauer macht dich stumm, weil du’s nicht weißt” (Hildgard Knef)
03.07.09
Einmal Gefühlsdusche, bitte. Ich möchte mich mal wieder wie nach einem beruflichen Erfolg fühlen. So heiter wie früher, als Krach und Dilettantismus noch als der ganz heiße Scheiß goutiert wurden. Stattdessen: bis mittags im Bett, danach Wachkoma. Ein Tag auf dem Abstellgleis.
“Es ist, als könne man seine Vergangenheit, indem man sie aufschreibt, nur benennen, nicht aber heraufbeschwören” (Alexander Masters)
06.07.09
Das Leben ist wie ein Blick durchs Schlüsselloch, ein winziger Zipfel der Unendlichkeit, den wir erhaschen. Heute habe ich leider das falsche Ende erwischt: Hektik auf dem Neumarkt, Nerverei mit betrunkenen Klienten, viel Gesprächsbedarf unter Kollegen. Zusammengefasst: wenig Spaß. Ein blöder Montag eben.
“I don’t like Mondays. I want to shoot the whole day down” (The Boomtown Rats)
07.07.09
Irgendwo habe ich einmal in einem Gespräch die Redewendung “The party of animals” aufgeschnappt. Ich schätze sie sehr, weil sie mich auf eine poetische Art und Weise an meine Arbeit denken lässt.
“Party bedeutet Spaß, Passion, Risiko und Gefahr. Tiere sind die königlichsten Wesen der Erde, denn sie schaffen es, Schmerz zu ertragen, ohne verrückt zu werden” (Harold Brodkey)
09.07.09
Ein Tag wie ein Nachmittag auf dem Sofa. Gemütlich. Harmonisch. Glücklich. Mir gehen Worte meiner Oma durch den Kopf: “Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist”. Das Glück ist ja eine wechselhafte Angelegenheit. Aber es ist durchaus bereit, den einen oder anderen zu begünstigen, wenn man weiß, wie man darum bitten muss.
“In every life we have some trouble, when you worry you make it double, don’t worry, be happy” (Bobby McFerrin)


