Als Herr H. am 2.3. sein ALG II für den laufenden Monat abholte, berichtete er mir, dass er inzwischen einen 1-Euro-Job bei der Stadtreinigung und Abfallentsorgung hat und in der Fußgängerzone einer uns näher bekannten schönen Stadt am Bodensee Abfall aufliest. Was ist an dieser Tätigkeit gemeinnützig und zusätzlich, wie es die Statuten für 1-Euro-Jobs vorsehen? Herr H. konnte es mir nicht erklären. Na ja, wenn ein halbes Jahr rum ist, wird er wieder monatlich ca. 180,- EUR weniger in der Tasche haben und immer noch keinen regulären Arbeitsplatz gefunden haben.
Die Hartz-IV-Reform spart in der Regel zwar Geld auf dem Rücken vieler armer Menschen ein, das ursprüngliche Ziel jedoch, die Leute nach einer Trainingsphase wieder in reguläre Arbeitsverhältnisse vermitteln zu können, kann aufgrund der Arbeitsmarktstrukturen nicht eingehalten werden. Das wurde wohl bei der Einführung nicht gesehen. Skandal-Man Peter Hartz lebt dennoch locker weiter und der Staat spart Geld.
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Kostendruck und Einsparpotentiale – wer hat etwas davon?
Donnerstag, 05. März 2009Die theoretische Möglichkeit wird wahr
Dienstag, 24. Februar 2009
Gestern bin ich los, um mir ein Polizeiliches Führungszeugnis zu besorgen. Wenn man keine Ahnung hat, wo man so was bekommt, geht man zur Polizei. Zehn Meter vor der Eingangstür durchzuckt es mich. Hast du noch was in den Taschen? Bin ich für ne Filze klar? Rainer, es ist alles in Ordnung, das ist Geschichte, musste ich dagegenhalten. Reflexe. Der Rosenmontag ist ein guter Tag um ein Führungszeugnis zu beantragen. Nein, Führungszeugnisse bekommen Sie in der Bürgerberatung, sagte man mir. Vor 15 Jahren hatte ich mal einen Prozess, 60 Tagessätze, knapp unterhalb einer Vorstrafe, da brauche ich mir keine Gedanken machen. Aber diese Reflexe sitzen tief.
Die letzten Schritte für meinen Arbeitsvertrag. Samstag und Sonntag werde ich schon arbeiten. In der Mühle, es hat tatsächlich geklappt. Ein Arbeitsvertrag über zwei Jahre mit 40 Wochenarbeitsstunden. Geklappt hat das nur, weil diese Stelle über das Arbeitsamt gefördert wird. Und zwar nicht zu knapp, 75 Prozent Förderung nach §16. Meine Sachbearbeiterin hat mir gesagt, dass so eine Förderung im Grunde nur eine theoretisch mögliche Eingliederungsmaßnahme ist. Eigentlich sind die Voraussetzungen für diese Förderungen nie erfüllbar. Da wäre mein Fall eine seltene Ausnahme.
Allein hätte ich das nicht geschafft. Die Schritte, die ich in den letzten zwei Jahren gemacht habe, waren dazu nötig, meine Vergangenheit ist nötig gewesen. Es war nötig, dass meine Vorgesetzten sich für mich stark gemacht haben und seit einen Jahr immer wieder mit meiner Sachbearbeiterin sprachen. Es war nötig, dass auch die Verwaltung und meine Chefin mit dem Arbeitsamt Kontakt hatten. Auch war es nötig, dass die Chefin meiner Sachbearbeiterin schon auf meinen Fall angesprochen wurde. Und für diese Förderung gab es – denke ich – nur ein schmales Zeitfenster. Ich glaube in zwei Monaten hat sich das erledigt, an so etwas zu denken.
Merkwürdig ist es, dass ich mir schon vor einiger Zeit gesagt habe, dass ich drei Monate nach dem Auslaufen des Ein-Euro-Jobs wieder irgendetwas haben werde. Wenn es mir jetzt gelingt einige neue Projekte in der Mühle von mir aus ins Rollen zu bringen, dann werde ich die Grundlage haben, mich in eineinhalb Jahren gut entscheiden zu können.


