Gesprächsanästhesist

Geschrieben von Rainer S. | Schlagworte ,
21. April 2009 15:05

Das erste Mal, dass ich vor der Arbeit schreibe. Am letzten Wochenende habe ich gearbeitet und keine Zeit gefunden Einträge zu machen. Der letzte Eintrag vom 17.04? So ist das nicht okay. Es stimmt, dass ich mich nicht auf einem klischeehaften Zwei-Jahre-clean-Gefühl ausruhen kann. Aber es nicht zu würdigen, geht auch nicht. Das habe ich begriffen, ich bin dafür verantwortlich wie es mir geht. Und dazu gehört es auch, Erreichtes zu würdigen.

Die im letzten Beitrag gezeigte Art Sarkasmus kenne ich von mir und weiß, er ist nicht gerade gut für mich. Noch schlechter ist es aber, diese Gedanken nicht heraus zu bringen. Wenn man über etwas geredet oder geschrieben hat, kann man sich sozusagen von außen betrachten. Die Emotionen steuern das Denken und Handeln und wenn man der Emotion Raum gegeben hat, kann man sich erst wirklich betrachten. Ein Tagebuch ist eine sehr gute Möglichkeit sich besser kennen zu lernen. Die Gruppe gestern? An sich ganz gut, aber es bleibt ein Fragezeichen in mir. Gut wäre es, wenn mehr Leute da wären, die mir auch mal Dampf machen. Ich bin da im Augenblick zu zentriert.

Ein Effekt einer solchen Gruppe ist es, Erfahrungen austauschen zu können. Therapeuten, Sachbearbeiter, Arbeitgeber, oft erfährt man, dass man dieselben Leute kennt. Gestern wurde etwas über einen Therapeuten gesagt, den ich glücklicherweise bisher nicht kennen gelernt habe. Seine herausragende Fähigkeit: „Gesprächsanästhesist“. Genial. Selten habe ich es erlebt, dass mit einem Wort ein Vorurteil so glattbetoniert wird.


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