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Autorenarchiv : SigridH

Armut macht unglücklich und einsam

Freitag, 18. Dezember 2009
Sigrid H.

Sigrid H.

Hallo an alle, die mich und uns so lieb unterstützt haben und sich auch mal zu Wort gemeldet haben in Form eines Kommentars. Bei mir und meinen Kindern hat sich 2009 so viel getan. Unser Abstieg ist noch nicht zu Ende und wir haben gemerkt, wie lang und tief man fallen kann. Erst wurden wir nicht beachtet, viele konnten sich Armut in Deutschland gar nicht vorstellen. Mittlerweile bekomme ich zu hören, dass wir ja nicht alleine sind und da sollte man sich halt drauf einstellen. Denn wo nichts ist, wird auch nichts hin kommen. (weiterlesen…)

Wer nichts hat, ist wenig wert

Montag, 12. Oktober 2009

Alte Schuhe © Jörg Jahn - Fotolia.comHallo an euch da draußen. Habe mich lange nicht mehr gemeldet, war krank. Hatte wieder eine Lungenentzündung. Es ist so viel passiert, dass ich es gar nicht fassen kann, wie steil ein Abstieg noch werden kann. Habe diesen Monat ein Haushaltsbuch angefangen. Nach dem Bezahlen aller Rechnungen bleibt nicht einmal Geld fürs Essen ab dieser Woche übrig. Werde nächste Woche zur Tafel gehen und ich danke Gott dafür, dass es diese gibt, auch wenn es große Überwindung kostet. (weiterlesen…)

Glücksgefühle pur!

Donnerstag, 13. August 2009

Hallo an alle da draußen! Ich habe mich lange nicht mehr gemeldet und es ist viel passiert in den letzten zwei Wochen. Mein mittlerer Sohn hat seine Umschulung einen Monat früher angefangen als geplant. Das war ein richtiges Chaos. Innerhalb weniger Tage eine Wohnung suchen und alle Behördengänge erledigen. Aber wir haben es geschafft! (weiterlesen…)

Steiniger Weg in die Zukunft

Dienstag, 28. Juli 2009

Wir haben es jetzt zwei Uhr nachts und ich kann absolut nicht schlafen. Meine Versuche misslingen.Vor einigen Minuten lag ich noch in meinem Bett mit weit geöffnetem Dachfenster und beobachtete über mir den Himmel. Wow, nach langer Zeit konnte man mal wieder die Sterne sehen – eine tolle Nacht. Meine Gedanken kreisen. Früher habe ich mir oft den Himmel angeschaut, wenn ich verzweifelt war. Es war dann, als ob er mich wenigstens verstehen konnte. Mein Leben war nicht einfach, aber in der Zeit, in der ich jung war, glaubte ich einfach alles und vertrauten fast jedem. Denn ich wollte nicht so leben wie meine Eltern. (weiterlesen…)

Wie ein schwerer Rucksack

Montag, 20. Juli 2009

Heute ist wieder einer der Tage, an denen ich nur noch heulen kann. Ich habe das Gefühl, ich könnte schreien und keiner hört es. Es ist erst der 20. Juli und doch bin ich pleite, diesen Monat geht gar nichts mehr. Habe zwar meine Versicherung, die Schulbücher und die Haushaltshilfe nach meinem Unfall bezahlt. Für eine Geburtstagsfeier für Nicky hat es dann aber nicht mehr gereicht. Er sagt zwar, es macht ihm nichts, aber das glaube ich ihm nicht.

Die Versicherung des Unfallgegners lässt sich Zeit. Viel hatten meine Kids noch nicht von den Ferien, es gibt hier zwar Ferienpässe, aber auch das kostet Geld. Selbst mein Wohngeld fehlt mir seit drei Monaten. Dieses Leben am Minimum und mit der Behinderung, nie wieder arbeiten zu können, ist wie ein schwerer Rucksack auf meinem Rücken.

Wie soll man sich auf das Leben freuen, wenn immer mehr an Scheiße passiert. WER KANN MIR HELFEN? Ich muss diese Zeit, als Zeit meines Lebens ansehen, wo ich mich kennenlerne und versuche, die Zeit und auch mich zu verstehen und damit fertig werden.

Wenn man dann unsere Politiker hört, könnte ich zusätzlich kotzen. überall wird vertuscht und sich gegenseitig gefetzt, statt nach Lösungen zu suchen. Es wird gemogelt, wo es geht. Angeblich ist die Talfahrt der Wirtschaft gestoppt ;-) . Die Arbeitslosenzahlen halten sich noch in Grenzen. Klar, wenn die Arge oder das Arbeitsamt jeden aus dem Verhältnis raus nimmt, der eigentlich nur einen Bewerbungskurs oder sonstige Kurse besucht. Es werden Debatten über Rente geführt, aber ein neues System kann man nicht erstellen.

Man wundert sich, dass jeder dritte erwirtschaftete Euro für Soziales ausgegeben wird. Man sollte sich mal fragen, warum das so ist. Wenn eine Familie sich mit zwei Einkommen nicht über Wasser halten kann, woran kann das liegen? Mindestlöhne? Wie kann es sein, dass es Familien gibt, die noch nie gearbeitet haben und selbst deren Kinder Hartz IV bekommen während andere um jeden Cent kämpfen müssen? Warum bekommen unsere Politiker Diäten? Wer bezahlt denn deren Renten? Fragen über Fragen, aber die größte Frage ist: Wann wird sich etwas ändern?

Ich will nie wieder abstürzen

Dienstag, 07. Juli 2009

Familie HundHallo an euch da draußen. Der Sommer ist da, die Ferien sind angekommen, wir genießen es. Nach meinem Unfall geht es mir langsam besser, vier Wochen ging es mir sehr schlecht. Mein Doc hat die Dosis vom Morphium ein wenig runtergesetzt. Jetzt habe ich Schmerzen und gleichzeitig ein Gift in meinem Körper. Tja, wäre schön, wenn man zaubern könnte, aber wir sind ja nicht bei “Wünsch dir was”. Leider sieht das reelle Leben komplett anders aus.

Ich habe nachdem ich mich zurückgezogen habe, lange Zeit gehabt zu überlegen, wie ich da wieder rauskomme. Mutig habe ich mich durchs Telefonbuch gekämpft und habe jemanden gefunden von der autonomen Frauenberatung. Eine tolle Frau, mit der ich reden kann und die mir hilft meine Träume zu verarbeiten.

Hatte schon zwei Sitzungen, seit dem geht es mir schon ein wenig besser. Ich glaube, ich muss noch viel lernen. Vor einigen Jahren hatte ich gedacht, nie wieder eine Therapie machen zu müssen, aber mit meiner Vergangenheit geht es nicht anders. Denn ich möchte nie wieder abstürzen und stark sein. Vor einer Woche rief mich eine frühere Klassenkameradin an, die meine Berichte in der Zeitung und hier auf dieser Seite gelesen hat. Sie möchte mir gerne in einigen Dingen helfen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich mich gefreut habe. Nicht weil sie mir behilflich ist, sondern einfach nur, weil ich mich so gefreut habe, wieder Kontakt mit ihr zu haben. Mein Umfeld hat sich in den letzten Jahren immer mehr verändert und das ist gut so, denn früher waren da fast nur Leute, die selber abhängig waren.

Seit letzter Woche habe ich mein Bürokram erledigt, selbst meine Rechnungen sind fast alle bezahlt, aber ich weiß jetzt schon, dass ich nur noch für zwei Wochen Haushaltsgeld habe. Im Moment versuche ich nicht in Panik zu verfallen oder mich wieder zurück zu ziehen. Wo ich gar nicht klarkomme ist, dass die Kids nicht viel unternehmen können, weil dafür kein Geld da ist!

Letzten Mittwoch haben ich und Momae, seinen Bruder zur Nordsee gefahren, er hatte eine Eignungsprüfung zum Informatiker. Diesen Test hat die Arge angefordert, in der Hoffnung, dass sie die Umschulung nicht bezahlen brauchen. Aber “oh Wunder ” ;-) Er hat bestanden. Ich bin so stolz auf ihn, aber geschafft hat er es immer noch nicht. Jetzt fehlt der Behörde noch ein Augentest… Mal sehen, wie lange die das noch heraus ziehen. Für diese Umschulung kämpft er schon ein Jahr, denn seinen Beruf darf er nach der Lehre, aus gesundheitlichen Gründen, nicht mehr ausführen. Von wegen, in Deutschland wird man gefördert! Der Tag an der Nordsee war zwar stressig und mein Rücken hat sehr geschmerzt, aber ich habe ihn genossen. Ich liebe die Nordsee fast so wie die Niederlande.

So, ich wünsche euch eine tolle Ferienwoche liebe Grüße Sigrid.