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Autorenarchiv : Guenterb

Die Therapie geht zu Ende

Freitag, 03. April 2009

Nächste Woche sind meine 16 Wochen zu Ende. 16 Wochen sind eine
lange Zeit; aber man braucht sie, um Kraft und Stabilität zu bekommen gegen die
Sucht. Saufdruck in der Zeit hatte ich nicht; hoffentlich kann ich dies für die
weitere Zeit mitnehmen.

Viele Freunde habe ich kennengelernt und bleibe mit ihnen in
Verbindung. Der Körper hat sich erholt und die Psyche gefestigt. Ich habe keine
ängste vor der Zukunft, man darf sie erst gar nicht aufkommen lassen. Für die
nächste Zeit werde ich die Nachsorge und eine Selbsthilfegruppe besuchen.

Ein Dankeschön an alle Therapeuten und Mitpatienten. Beim Abschlussgespräch mit meiner Therapeutin bekam ich ein
kleines Zitat: “Es ist Zeit, neue Türen aufzustoßen, neuen Anfängen zu
vertrauen.”
Das werde ich tun.

Gruß Günter B.

Nie mehr eine Suchttherapie brauchen

Donnerstag, 26. März 2009
Manche Leute gehen mit einer Reha leichtsinnig um, ohne sich groß darüber Gedanken zu machen. Sie brechen die Reha ab oder drohen mit Abbruch oder benützen sie zum überwintern.
Meine Lebensgefährtin, die dringend eine Reha für ihre psychischen Probleme benötigt, wurde von der BFA abgelehnt trotz psychiatrischem Bericht und medizinischer Begründung.
Zum Glück hatte der behandelnde Psychiater eine Alternative und meldete sie in einer psychosomatischen Klinik an.
Bis zur Aufnahme ist sie weiterhin krank geschrieben.
Darum kann ich nicht verstehen, dass man ohne weitere Perspektiven die Suchttherapie so einfach abbricht. Wenn man will, findet man immer Gründe für einen Abbruch.
Wie lange spielt da der Kostenträger noch mit?
Und ich hoffe, dass ich nie mehr eine Suchttherapie brauche.

Gedanken und Schuldgefühle

Montag, 23. März 2009

Seit 14 Tagen mache ich mir viele Gedanken.
Ich habe Schuldgefühle, da die Krankheit meiner Lebensgefährtin wieder voll ausgebrochen ist.
Immer wieder stelle ich mir die Frage: “Bin ich schuld oder sogar der Auslöser?”
In der Beziehung mit ihrem Ex-Mann wurde sie schwer traumatisiert und leidet nun an einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung.
Sie war letztes Jahr enormen psychischen und emotionalen Belastungen ausgesetzt, die fast das ganze Jahr anhielten.
Weil ich bereits eine Therapie hinter mir hatte, hatte ich meinem Chef und dem Betrieb gegenüber das Gefühl, alles bringen zu müssen was geht. Nach fünf Jahren war total ausgelaugt und konnte ihr keine Hilfestellung mehr geben.
Ich griff erneut zur Flasche. Dies hatte extreme Folgen, die wir nun beide gemeinsam verarbeiten müssen.

Es hätte schlimmer enden können

Montag, 09. März 2009

In Seminaren über Depressionen in der Klinik wurde mir klar, was der Auslöser für mein Trinken war. Aufgrund mehrerer Streßfaktoren hatte ich Depressionen. Um zu vergessen und nicht noch tiefer in die Depressionen zu verfallen, fing ich an zu trinken. Doch der Alkohol verstärkte die Depressionen.
Die Alarmzeichen des Körpers wie Abgeschlagenheit, Schmerzen in der Brust und häufigere Magenschmerzen hatte ich nicht wahrgenommen. In diesen Situationen habe ich alles ignoriert, wollte nur alleine sein, schlafen und nichts hören. In diesen Zuständen würde man sogar seine Mutter verkaufen.
Ich machte den Fehler, dass ich mir nichts mehr sagen ließ und auch keine professionelle Hilfe suchte. Ich bin froh, dass ich das durch das Seminar erkannt habe. Es hätte noch viel schlimmer enden können.
Ich muss lernen, die Alarmsignale zu erkennen und sofort mit professioneller Hilfe zu reagieren.

Neues Vertrauen

Montag, 02. März 2009

Bei mir und meiner Lebensgefährtin ist das gegenseitige Vertrauen wieder aufgebaut. Diese positive Entwicklung bedeutet für mich eine große Erleichterung. Am Wochenende unterhielten wir uns lange über eine Selbsthilfegruppe nach meiner Rückkehr. Sie ist bereit, mit mir zusammen in eine Selbsthilfegruppe zu gehen, worüber ich mich sehr gefreut habe.
Der Hausumbau ist nun abgeschlossen, der sehr an meinen Nerven zerrte, da es sich über einen längeren Zeitraum erstreckte, und wir beide sehr angespannt waren. Alles wurde sehr gut umgesetzt und wir fühlen uns ganz, ganz wohl in unserem alten neuen Haus. Der Zuschuss für die Bausanierung wird auch demnächst überwiesen. Dann schreibt mein Konto auch wieder schwarze Zahlen. Meine Schwiegermutter hat mir am Samstag mein Lieblingsgericht Gulasch, breite Nudeln und Gemüse gekocht, echt super.
Am Sonntagmorgen nahm ich ein ausgiebiges Bad. Es ist schön, in der Wanne zu liegen, an nichts zu denken und sich vom Wasser und dem Duft des Badeschaumes verwöhnen zu lassen.

Wieder arbeitsfähig werden …

Donnerstag, 26. Februar 2009

Unter der Woche findet morgens immer die Arbeitstherapie statt. Sie ist ein Trainingsfeld, um herauszufinden, ob ich noch fähig bin zu arbeiten. Sie dient auch als Belastungserprobung. Mein Ziel ist, die Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Bevor ich die Therapie begann, war ich ständig müde und “kaputt”.
Bei uns im Haus gibt es verschiedene Einsatzbereiche wie z.B. Hausdienstleistung, Hausmeisterei, Schlosserei, Schreinerei, E-Werkstatt und Gärtnerei. Mein Arbeitsfeld ist die Hausdienstleistung. Ich nehme die neuen Patienten in Empfang erkläre ihnen alles Wichtige, damit sie sich möglichst gut zurechtfinden. Darüber hinaus gibt es noch eine Menge anderer Aufgaben.
Ich fange immer ein kleines Gespräch an, dass sie ihre ängste etwas verlieren vor der neuen Situation. Ich kann mich erinnern, dass ich beim ersten Mal auch einigen Bammel vor dem Neuen hatte, was auf mich zukam. Für mich war es damals eine große Erleichterung, dass ich mit einem Mitpatienten reden konnte. In der Zusammenarbeit mit den Arbeitstherapeuten bestehen ein gutes Klima sowie eine angenehme Atmosphäre.