Heute habe ich Sybille auf einen Kaffee eingeladen. Wir hatten uns eine Ewigkeit nicht mehr gesehen. „Die meisten Menschen brauchen sehr lange, um jung zu werden“, liest sie mir aus der Zeitung vor und sieht mich fragend an: „Weißt du, von wem das ist?“ „Du kennst mich doch“, antworte ich, „wie immer keine Ahnung“. „Das wusste ich allerdings nicht, dass der Herr Sozialarbeiter so ein Kunstbanause ist. Dieses Bonmot hat sich Pinsel-Titan Picasso ausgedacht“. (weiterlesen…)
Autorenarchiv : Thorsten Bathe
Man kann ja nicht alles wissen
Dienstag, 24. November 2009„Ich bin doch nicht blöd“
Mittwoch, 18. November 2009
Der alte Seneca kann einpacken. Sein Satz klingt ohnehin so abgenudelt wie die Hits von Dieter Bohlen: Für die Schule lernen oder für das Leben? Das sind Alternativen von gestern. Heute wird nur noch für den Cash gelernt. Bohlen hat das längst begriffen. Und mein Star-Schnorrer Frederick auch. „Na, willste auch mal was checken?“, begrüßt er mich vorm Kaufhof, nachdem er mich zuvor lange genug nicht beachtet hat. „Aber du weißt ja: probieren geht über studieren.“ (weiterlesen…)
Eine Freundschaft ohne Freund
Donnerstag, 12. November 2009
Mir geht ein Satz von Connie Palmen durch den Kopf: „Sucht ist eine Freundschaft ohne Freund“. Drogen sind ein Halt. Ein Halt, der verbrennt, verpufft, verfliegt. Ihr größter Vorzug ist, dass sie einen nicht betrügen und verlassen können. Sie hören niemals auf, einen zu lieben. Und sterben tun sie auch nicht. Also müsste ich nur anfangen zu rauchen, zu trinken oder zu spritzen, um die Risiken zu vermeiden, die ich bei einer Freundschaft oder Liebe notgedrungen eingehe? (weiterlesen…)
Atmosphärische Störungen
Freitag, 06. November 2009
Glücklicherweise hatte Olaf erst im Flur – kurz vor dem Verlassen der Kontakt- und Notschlafstelle – seine Gaspistole abgedrückt. Danach war er verschwunden. Das Gas legte sich wie ein Mahnmal langsam über uns. Alle würgten und hatten Tränen in den Augen. Vom Schock ganz zu schweigen. Selbst nach Dienstschluss in der Nachbesprechung wurde kaum gesprochen. Der Schuss, das Gas und die Benommenheit danach – das gerade Erlebte und die eigenen Gefühle waren zu mächtig für die übliche Wortakrobatik. (weiterlesen…)
No drugs – no future!?
Freitag, 30. Oktober 2009
„No drugs – no future“ – soll ich diesen Buchtitel von Günther Amendt so verstehen, dass eine Zukunft ohne Drogen nicht vorstellbar ist? Zugegeben: Manchen Klienten ermöglichen wohl erst Rauschmittel eine Lebensperspektive. Ihnen erscheinen die Nachteile beispielsweise einer Heroinsucht annehmbarer als das, was sie mit dem Konsum vergessen wollen. Aber sie finden selten Erleichterung. Und die, die sie sich verschaffen, bringt sie manchmal sogar um. Was ist also mit dem Leid und der Selbstzerstörung? (weiterlesen…)
In memoriam D.Y.
Montag, 26. Oktober 2009
Das war Dein letztes Abenteuer.
Was kümmert Dich nun der Sonnenschein?
Die hoch aufgetürmten Tage stürzten ein,
gerieten zu unruhigen Nächten,
in denen Du auf der Straße schliefest,
mit Hunger, der durch nichts zu stillen war. (weiterlesen…)


