„War klar, dass du mich wieder auf die Ballerburg warten lässt“, ärgert sich Walter. „Was regste’ dich auf, du kennst doch den Puff hier“, pflichtet ihm Roger bei. Fakt ist, dass wir immer nur so viele Klienten den Konsumraum nutzen lassen, wie er freie Plätze hat. Mit wütendem Blick in meine Richtung meckert Walter weiter: „Weißt du wie Scheiße das ist, ich bin auf Tuk.“ „Das interessiert den doch eh nicht“, antwortet Roger für mich, „der hat doch Spaß daran, uns zu traktieren“. Ein Vorwurf, den wir Mitarbeiter in diesem Zusammenhang oft hören. „Der Nächste, bitte“, sind dann die uns alle erlösenden Worte. 15 Buchstaben, die die Welt bedeuten können. (weiterlesen…)
Archiv für Dezember 2009
Aus Worten werden Orakel
Dienstag, 15. Dezember 2009Weihnachten jenseits des Konsums
Dienstag, 15. Dezember 2009
Die Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach laufen schon das zweite Mal in meinem CD-Player. Im Radio war neue konzertante Musik zu hören, wie an jedem Donnerstagabend. Nur heute wollte bei der Disharmonie nicht die richtige Schreiblust aufkommen. Endlich kann ich auch meinen 8. Kalender fertig beschrieben weglegen. “Nur gut schon den November dafür genutzt zu haben”, denke ich, “so etwas braucht Zeit”. Sollte es doch wieder etwas Besonderes sein für die Lieben. (weiterlesen…)
Insolvenz: Wo bleibt der Mensch?
Dienstag, 15. Dezember 2009Als ich am Montag meine E-Mails las, fiel mir zuerst die Post einer Klientin ins Auge. Ich betreue sie bereits einige Zeit. In ihrem Leben hat sie schon einige Schicksalsschläge wegstecken müssen. Und jetzt schien ein weiterer zu folgen. (weiterlesen…)
Vorurteile, Klischees und Schubladen hinter sich lassen
Freitag, 11. Dezember 2009Mir fällt es schwer, die passenden Worte für meinen Abschluss dieses Webtagebuches zu finden. Das Beginnen war einfacher, frei von Vorsätzen. Frei von Vorsätzen? So ganz stimmt das natürlich auch nicht, aber es war doch recht ungefiltert. Und habe ich auch gehofft etwas anregen zu können. Anzuregen über Klischees nachzudenken.
Vorurteile, Klischees, Schubladen sind einfach und angenehm. Eine Selbstbestätigung, bei der man sieht, was man sehen will. Mag sein, dass ein Vorurteil sogar dem manchmal gerecht wird, auf den es angewandt wird. Aber auch nur dann, wenn man den Menschen, der dahinter steht, gar nicht sehen will. (weiterlesen…)
Shore, Koka und Benzos nebenbei
Donnerstag, 10. Dezember 2009Zehntausende belagern die weihnachtlich geschmückte Innenstadt, Glühwein selig und Reibeplätzchen gesättigt. Von der größten Wirtschaftskrise seit der letzten größten Wirtschaftskrise ist nichts zu spüren. Die Menschen zeigen sich unbeeindruckt wie dicke Raupen, die sich durch saftige Blätter schmatzen. Willkommen daheim in Köln. Vier Wochen Urlaub sind vorbei, die Arbeit hat mich wieder. (weiterlesen…)
Totale Entspannung sorgt für Hochspannung
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Der Tag beginnt wie immer: Die Badegäste geben ihre Badekarten ab und bekommen von uns Badetuch und Seife. Dann gehen sie in die Kabinen, lassen Wasser einlaufen und legen sich in die Badewannen. Nach Ende der Badezeit bleibt eine Tür verschlossen. Ich klopfe, doch von drinnen kommt keine Reaktion. „Ist da was passiert?“, frage ich mich beängstigt. (weiterlesen…)



