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2009 18 Dez

Wie viel kostet ein Vollrausch in Berlin?

Autor: Thorsten Bathe | Kategorie: Sucht | RSS 2.0 |
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50 Euro Schein und eine weiße Linie © Wolfgang Dietz - Fotolia.comMit Champagner kostet der Vollrausch in der Hauptstadt 300 bis 450 Euro, mit Kokain 60 Euro und mit LSD nur 5 Euro. Was machen Affen auf Drogen? Cannabis hat zunächst eine beruhigende Wirkung, Alkohol steigert ihren Sexualtrieb, Kokain macht sie süchtig und Speed verwandelt die Weibchen in Rabenmütter. Mit wem nahm Uschi Obermeyer welche Drogen? Mit Margot Captagon, mit Rainer Langhans kiffte sie und mit Keith Richards drückte sie Heroin. Und welche Fische produzieren halluzinogene Stoffe? Beispielsweise der Kyphosus Fuscus oder der Upeneus Arge.

Alle Antworten sind bei Ingo Niermann und Adriano Sack zu finden. In ihrem Buch „Breites Wissen – Die seltsame Welt der Drogen und ihrer Nutzer“ haben sie Fakten aus der Welt des Rauschgiftes gesammelt. Vieles ist kurzweilig, informativ und unterhaltsam. Manches allerdings auch der blanke Horror. So soll sich Luther P. im PCP-Rausch kastriert und sein eigenes Geschlechtsteil verschluckt haben. Oder Carlos Innes kratzte sich unter Drogeneinfluss beide Augen aus.

Kommentarlos und in zwangloser Folge haben die Autoren die Informationen zusammengetragen, aber auch die Wirkung aller Substanzen detailliert in einer „Kleinen Drogenkunde“ beschrieben. Nach den Friedman- und Immendorff-Skandalen ist ihr Tonfall sachlich, weder glorifizierend noch pauschal verurteilend. Drogen kann man nicht besiegen, resümieren sie, und fragen weiter: „Wie kann man aber, wenn Brustvergrößerungen erlaubt sind, den Erwerb von Rauschgiften noch unter Strafe stellen? Beide verändern Körper und Seele, bergen Risiken und sind unbedingt modern.“

Niermann und Sack unterschlagen nicht die nötige Aufklärung. 24 Lebensläufe bekannter Konsumenten wie Helmut Berger, Christoph Daum oder Angelica Houston geben umfassend Auskunft. „Natürlich machen Drogen Spaß. Und genau das ist das Blöde an den Anti-Drogen-Kampagnen. Sie wollen einfach nicht zugegeben, dass es geil ist, high zu sein“, bringt die amerikanische Schauspielerin ihre Erfahrungen auf den Punkt. Wo Drogen aber auch hinführen können, daran lässt „Breites Wissen“ keinen Zweifel. Die Liste berühmter Drogentoter ist viereinhalb Seiten lang.

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