Ein lieber Freund schrieb mir heute, dass den Theologen in Halle ein Huhn zugeflogen ist. Das Tier ist wohl einem Geflügel-Transporter entwischt. Vorerst gehört es jetzt zur Familie des Freundes, neben Katzen und Co. Die Nachricht ließ mich schmunzeln. In den achtziger Jahren hielt ich Kaninchen im Nebengelass meiner gärtnerischen Arbeitsstelle. Irgendwann bekam ich von einem Bekannten im Tausch zwei braune Italiener-Hühner – eigentlich für den Kochtopf.
Na, eines musste dran glauben, das andere legte mir jeden Tag ein Ei, mit einem Ruhetag dazwischen. Es bekam den Namen Emma. Das gute Tier schlief immer im Heu auf seinem Nest oder lief umher. Zu fressen gab es alles, was vom Mittagstisch abfiel. Meine Aufgabe war, das Essen der LPG-Küche auszuteilen für unsere acht, neun, manchmal auch mehr Kollegen und dann aufzuwaschen. Wenn ich mit Resten auf dem Teller angelaufen kam, flatterte mir Emma erfreut entgegen. Die Kartoffeln, die oft übrig waren, bekamen die Kaninchen.
Unsere Gärtnereikatzen machten immer einen großen Bogen um das Huhn. Manchmal dachte ich an die Verwandtschaft mit dem Geier, was Emma alles so fraß. Eine tote Maus war auch dabei, die sie klein hackte und gierig verschlang. Während meines Wanderurlaubs in Rumänien suchte mich das gute Tier und eines Tages lag es tot auf dem Nest. Kollegen, die füttern wollten, fanden Emma da. Eigentlich schade, solch kluge Tiere in den Topf zu stecken. Das hat das Huhn in Halle wohl auch gedacht und sich zu den Theologen gerettet.
Grüße von Musesuse








