„Hau ab du Schwein“, befiehlt die resolute Büdchenbesitzerin dem Mann mit der Weinflasche. Der denkt nicht daran. Stattdessen gleitet er von der Bank und bleibt bewegungslos in einer Pfütze liegen. “Es gibt zu viele von diesen Typen. Die machen mein Geschäft kaputt.” Aufgeheizte Stimmung gegen Wohnungslose – wie im echten Köln. Doch statt Sozialkritik liefert der neue Tatort „Platt gemacht“ lediglich ein paar bebilderte Sozialarbeiter-Klischees.Â
Auf die beiden Kölner Fernsehkommissare Schenk und Ballauf wartet wieder Arbeit. Der junge Andi hat sich zu Tode gesoffen. Allerdings anders als erwartet. Der Wein war mit Frostschutzmittel versetzt. „Naja, ist ja schon ziemlich kalt in der Nacht“, witzelt Kriminalassistentin Franziska und ist dabei kein bisschen lustig.
Von nun an stolpern Schenk und Ballauf durch ein modernes Märchen. Ihre Ermittlungen führen die Kommissare in die Welt der Berber. Um sich im Penner-Purgatorium zurechtzufinden, brauchen sie eine Art Fremdenführer. Der nennt sich Beethoven, spielt Bach auf der Kirchenorgel und zitiert Molière und Mark Twain. Dazu wechseln die Themen im Minutentakt. Gelegenheitsprostitution und HIV-Infektion. Jugendliche Faschos und Familienauslöschung. Erbschaftsstreit und ein zweiter Mord. Durchblick: Fehlanzeige.
Fakt ist: 2.500 Obdachlose hausen auf Kölns Straßen. Die Stimmung gegen diese Menschen am Rand der Gesellschaft ist aufgeheizt. Nicht von ungefähr hängt ein Grauschleier über der Stadt, den der Regisseur Buddy Giovinazzo nicht weggewaschen hat. So spannend seine Kriminalromane sind, so langweilig ist der Film. Teilweise an Originalschauplätzen gedreht, gelingen ihm doch nur bebilderte Sozialarbeiter-Klischees.
Am Ende zoomt die Kamera auf traurige Augen in eingefallenen Gesichtern. Die eine oder andere Träne deutet sich an. „Alles verlore, kein Wohnung, kein Arbeit, kei’ Jeld. Se nenne sich Berber, verachtet vum Rest der Welt“, singen dazu die frisch gefönten De Höhner in der Obdachlosenhilfe und Peter Millowitsch hält auch noch seinen Hinterkopf in die Kamera. Wie gesagt, ein modernes Märchen. Beim Stelldichein der lokalen Prominenz werden dann auch meine Augen feucht. Selten so gelacht.









Selten so einen schlechten Tatort gesehen: Schlecht recherchiert, Sozialromantik pur – die nichts mit der Realität zu tun hat- und zum Schluss – na klar – Karneval… und alles ist gut. Traurig für den WDR. Die Machher haben die Chance vertan auf einer der großen gesellschaftlichen Themen aufmerksam zu machen und ein realistisches Abbild der Lebensrealität vonvielen Menschen zu schaffen.
ich habe den tatort auch geschaut und kann dir nur zustimmen, habe den film mit meinen eltern geschaut und musste mich zwingen ihn weiter zu gucken, weil ich mich andauernd aufgeregt habe…
Liebe Grüße:)