Ein heißer Tag. Bei diesen Temperaturen ist bestimmt nicht viel los, meint gerade eine der vier Beraterinnen, als eine junge Frau völlig aufgelöst die Beratungsstelle betritt: „An der Ampel um die Ecke liegt eine Frau auf dem Bürgersteig.“ Sofort machen wir uns auf den Weg. Was wir dort erleben, macht mich wütend.Halb auf dem Bürgersteig, halb auf der Straße sitzt eine junge Frau. Passanten machen einen großen Bogen um sie und schauen verlegen weg. Autos machen langsam und fahren dann weiter.
Ein Mann meint: „Schon am frühen Mittag besoffen, das liebe ich!“ Die junge Frau ist aber in keinster Weise betrunken. Sie hat einen Kreislaufkollaps erlitten und auf den Boden gefallen. Der herbeigerufene Notarzt nimmt die Frau mit in die nächstgelegene Klinik.
In welcher Welt leben wir? Da liegt ein Mensch auf der Straße und wird nicht beachtet. Allen, die vorbeigefahren oder gelaufen sind, hätte ich gerne zugerufen: „Das hätte auch DEINE Frau, DEINE Schwester, DEINE Mutter sein können!“
Für das Team der Allgemeinen Lebensberatung
Anna Maria Haas
Tags: ohnmacht, soziale manieren, Zivilcourage









Ja, das ist das wichtige bereit zu sehen dem anderen zu helfen, Interesse zu zeigen, einfach aktiv sein.
Danke an alle die mit offenen Augen durch die Welt gehen und solche Situationen verhindern.
A.M.Haas
Das erlebt man leider viel zu häufig. Der Spruch von den Mann ist der Höhepunkt dieser traurigen Geschichte.
Es macht einen wütend aber wie gesagt auch traurig.
Ich erinnere mich an ähnliche Situationen aus meiner Kindheit, wenn ich mit meiner Mutter in Hamburg einkaufen war. Einige Male hat sie ältere Menschen angesprochen, wenn sie den Eindruck hatte, das etwas nicht in Ordnung war und hat dann, wenn nötig, Hilfe geholt. Die meisten gucken weg und reden sich ein, dass es wohl nicht so schlimm ist oder die betroffenen selbst Schuld sind (Alkohol). Wenn einer dann selbst betroffen ist, dann ist das Geheule gross.
Es ist leider aber nur ein Beispiel für die Verrohung des miteinander.
So eine Situation habe ich auch schon oft erlebt. Aber genauso habe ich schon erlebt, dass jemand, der auf der Strasse lag und einen epeleptischen Anfall hatte, keine Hilfe annehmen wollte.
Für mich ist dieser Beitrag wieder einmal eine Erfahrung die zeigt, dass Zivilcourage oder noch einfacher Menschlichkeit im Alltag so oft untergeht.
Die Frage “in welcher Welt leben wir ?” ist ganz richtig.
Ein Mensch benötigt unsere Hilfe und die Menschen gehen vorbei als ginge Sie es nichts an.Ist dies die Welt in der wir leben möchten ?
” ich nicht”
Danke den Menschen die noch ” hinsehen” und sich für andere opfern! DANKE!!!