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2009 28 Aug

Erinnerungen an die Psychiatrie 2

Autor: MuseSuse | Kategorie: Armut | RSS 2.0 |
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Tabletten © maltedietsch fotolia.deDamals 1989, also noch vor der Wende, war mein Aufenthalt in der Jenaer Psychiatrie doch sehr von den schlimmen Nebenwirkungen von Halloperidol und anderen Medikamenten geprägt. Ich hatte eine schlimme Unruhe in den Beinen, war total verkrampft und ruhig gestellt. Eine unheimliche Schwere und ein eingegipstes Gehirn waren die gefühlten Folgen. Mechanische Bewegungen, starrer Blick und Muskelsteifheit – kurzum mir ging es total schlecht.

Erst nachdem meine Mutter auf den Arzt eingeredet hatte, er möge doch die Medikamente verringern, tat sich etwas. Es gab eine weitere Tablette gegen die Nebenwirkungen des Hauptmedikaments. Da erst begann ich diese Klinik, dieses Dasein auf Zeit, für mich anzunehmen.

Bekanntschaften aus den vier Aufenthalten dort bestehen heute noch. Einmal lag ich mit einem Mädchen aus der autonomen Szene im Zimmer. Als die ärztliche Visite kam, las sie Punkte aus der UN-Menschenrechtskonvention laut vor. Vielleicht hatte sie in dieser Klinik keine guten Erfahrungen gemacht. So gibt es doch auch Erheiterndes, wenn ich an Psychiatrie denke.

Sehr gut empfand ich all die Jahre die Arbeitstherapie. Sie war eine willkommene Abwechslung. Doch manchmal war es nicht ganz einfach, unter den starken Medikamenten etwas zu basteln. Aber es gibt dort viele schöne Möglichkeiten, um sich zu beschäftigen und das liebe Personal ist Balsam für die Seele. Darum habe ich mir selbst eine Arbeitstherapie gesucht in der Gärtnerei, zu Hause, im Garten und ich gehe darin auf.

Herzliche Grüße von Muse Suse aus Jena

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