Heute Mittag habe ich noch ein wenig sauber gemacht in der Gärtnerei. Ganz in Gedanken versunken habe ich meine Bahnen gezogen im Büro und woanders. Ich habe über die Psychiatrie nachgedacht, in der ich nicht nur gute Erfahrungen gemacht habe. 1989 war ich nach meinem ersten Nervenzusammenbruch dorthin gekommen. Es war für mich ein sehr ungastlicher Ort.
Aus diesem Grunde habe ich es nicht übers Herz gebracht, meinen Sohn gegen seinen Willen abholen zu lassen, als er vor zwei Jahren so komisch drauf war. Meine Mutter hat mich holen lassen, wenn es mir nervlich nicht gut ging und eine Psychose im Anmarsch war. Das war immer wie ein Vertrauensbruch, eine Vergewaltigung.
Das erste Mal in der Jenaer Psychiatrie wurde ich ans Bett gefesselt. Die Arme nach oben an die Bettpfosten, die Beine breit nach unten festgemacht. Selbst mit einer Psychose ist der Mensch nicht so verrückt, dass er nichts mehr mitbekommt. Dann gab es viermal am Tag große Spritzen und für mich ein Gefühl des Ausgeliefertseins. Ich schrie und tobte aufgrund dieser Behandlung. Drei Tage und Nächte musste ich mir das auf der Intensivstation gefallen lassen. Ich wurde nur kurz für Schieber und das Einnehmen der Mahlzeiten losgebunden. Meine Hüften waren schmerzhaft angeschwollen von den vielen Spritzen. Diese schweren Medikamente hatten früher schlimme Nebenwirkungen. Zum Glück hat sich die Pharmaindustrie etwas weiterentwickelt.
Grüße von der Muse Suse
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