« Ein bisschen Risiko bereichert das Leben Kein Knopf zum Abschalten »

Heute ist wieder einer der Tage, an denen ich nur noch heulen kann. Ich habe das Gefühl, ich könnte schreien und keiner hört es. Es ist erst der 20. Juli und doch bin ich pleite, diesen Monat geht gar nichts mehr. Habe zwar meine Versicherung, die Schulbücher und die Haushaltshilfe nach meinem Unfall bezahlt. Für eine Geburtstagsfeier für Nicky hat es dann aber nicht mehr gereicht. Er sagt zwar, es macht ihm nichts, aber das glaube ich ihm nicht.

Die Versicherung des Unfallgegners lässt sich Zeit. Viel hatten meine Kids noch nicht von den Ferien, es gibt hier zwar Ferienpässe, aber auch das kostet Geld. Selbst mein Wohngeld fehlt mir seit drei Monaten. Dieses Leben am Minimum und mit der Behinderung, nie wieder arbeiten zu können, ist wie ein schwerer Rucksack auf meinem Rücken.

Wie soll man sich auf das Leben freuen, wenn immer mehr an Scheiße passiert. WER KANN MIR HELFEN? Ich muss diese Zeit, als Zeit meines Lebens ansehen, wo ich mich kennenlerne und versuche, die Zeit und auch mich zu verstehen und damit fertig werden.

Wenn man dann unsere Politiker hört, könnte ich zusätzlich kotzen. überall wird vertuscht und sich gegenseitig gefetzt, statt nach Lösungen zu suchen. Es wird gemogelt, wo es geht. Angeblich ist die Talfahrt der Wirtschaft gestoppt ;-) . Die Arbeitslosenzahlen halten sich noch in Grenzen. Klar, wenn die Arge oder das Arbeitsamt jeden aus dem Verhältnis raus nimmt, der eigentlich nur einen Bewerbungskurs oder sonstige Kurse besucht. Es werden Debatten über Rente geführt, aber ein neues System kann man nicht erstellen.

Man wundert sich, dass jeder dritte erwirtschaftete Euro für Soziales ausgegeben wird. Man sollte sich mal fragen, warum das so ist. Wenn eine Familie sich mit zwei Einkommen nicht über Wasser halten kann, woran kann das liegen? Mindestlöhne? Wie kann es sein, dass es Familien gibt, die noch nie gearbeitet haben und selbst deren Kinder Hartz IV bekommen während andere um jeden Cent kämpfen müssen? Warum bekommen unsere Politiker Diäten? Wer bezahlt denn deren Renten? Fragen über Fragen, aber die größte Frage ist: Wann wird sich etwas ändern?

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2 Antworten zu “Wie ein schwerer Rucksack”

  1. Sigrid hund sagt:

    Hallo Rene, vielen Dank für dein Kommentar. Ich bin schon seit `82 körperbehindert und meine Verschlimmerung seit ca. 2002. Seitdem bin ich 90% behindert und Schmerzpatientin. Der zusätzliche Unfall ereignete sich Anfang Juni, wegen einen zusätzlichen Schleudertrauma und Knieprellung war ich ca. vier Wochen ausser Gefecht gesetzt.Habe eine Rechtsanwältin aber trotz allen dauert halt und es ist für mich schlecht da ich nur eine Rente bekomme und wenn ich extra Ausgaben habe,wie Haushalthilfen dann reicht es nicht.In meinen anderen Berichten habe ich es erwähnt.LG Sigrid

  2. rené sagt:

    Hallo, ich habe ihr schreiben von heute gelesen – mehr durch zufall, denn als gesucht. Wenn ansprüche auf eine unfallversicherungs-leistung bestehen, gibt es bestimmt einen weg diese auch durchzusetzen, besonders, wenn die aus dem unfall resultierenden verletzungen zu einer andauernden erwebsunfähigkeit geführt haben (so interpretiere ich jedenfalls ihr schreiben). Sie dürfen mich ja mal kontaktieren, vielleicht weiss ich einen weg; doch dafür müsste ich mehr hintergrundwissen haben.
    Gruß renè