Seit langem wieder einmal sitze ich auf meinem Balkon im Plattenbau und genieße den Abend. Beim letzten Sperrmüll, sind einige Möbelstücke gelandet, die hier für Enge sorgten. Jetzt ist es geräumig hier, die Blumentöpfe stehen an der Wand mit Löwenmaul, fleißigen Lieschen, Astern, Rosen und anderes. Vor mir der Blick auf die Leuchtenburg, die Höhenzüge des Leutratals und Schornsteine unseres Heizkraftwerkes in Burgau. Der Verkehr rollt unablässlich auf der Straße nach Stadtroda und der Autobahn.
Meine Mattigkeit heute Abend habe ich wieder mit Schreiben überbrückt und einem Schwarztee. Schön, das gemeinsame Singen beim DRK um 14 Uhr zur Gitarre. Zwar nur ein kleiner Kreis von sechs Frauen und zwei Männern, aber trotzdem schön für uns alle. Hier eigene Texte, vom Urlaub gelesen, Gedichte von Kästner gesprochen oder einfach nur das Singen begleitet mit meiner Gitarre und Stimme. Zuvor gab es ein gutes Stück Kuchen und Kaffee spendiert vom DRK-Begegnungszentrum für mich. Eine sehr schöne Veranstaltung, der ich auch schon einige Jahre beiwohne mit meinen Gaben.
In den Fahrstuhletagen von Lobeda West brennt Licht, sonst nur vereinzelt ein beleuchtetes Fenster. Was werden die Leute jetzt tun? Meine Tagetes leuchtet in ihrem Orange in der Dämmerung. Droben am Himmel ein letzter Hauch von Abendröte und der zunehmend gelbe Mond. Da muss ich an Heinrich Waggerl denken. “Welch ein Glück, dass es die einfachen Dinge immer noch gibt. Immer noch Felder, rauschende Bäume und den Mond am Himmel.”
Herzliche Grüße von Susi L. aus Jena
Tags: einsamkeit, glück, kunst









Sehr zum Nachdenken…Danke!