Hi, da bin ich wieder. Eigentlich hatte ich heute um 15 Uhr einen Termin zum Zähne ziehen, den ich aber wegen dieses “tollen Markttages” verschieben musste. Ulli, mein Gemüsechef war heute mit seiner Frau gekommen und beide äußerten sich beim Abbauen zufrieden über ihren Umsatz: “Für einen Dienstag war es richtig gut.” Für mich war es das aber nicht, weil mich Ulli entgegen seiner Versprechungen im Winter, nicht am besseren Umsatz beteiligt. So waren es für mich 15 Euro nach vier Stunden.
Zudem fragte mich dann, während des Einladens, seine Frau: “Hast du schlechte Laune heute? Du knallst die Kisten so laut aufeinander!” Mir ist damit recht deutlich geworden, wie leicht und gerne die finanzielle Not von Hartz-4ern von Unternehmern zum eigenen Vorteil genutzt wird. Hartz4 und Wirtschaftskrise ist für diese Unternehmer-Leute wie ein Bonbon, das die Lohnkosten schön niedrig hält. Wie Ulli schon mal erwähnte: “Du kannst ja gehen, wenn es dir nicht gefällt.”
Bis zum nächsten Mal.
Ralph K.
Tags: arbeit, hartz4, soziale manieren









Hallo Ralph,
vielen Dank für Ihren Beitrag.
Diese Situation kann ich ganz genau nachvollziehen. Bin zwar (noch) nicht Hartz4 betroffen, aber das kann sich vielleicht schon in den nächsten Wochen ändern.
Arbeite seit 3 Jahren in einem Büro in meiner Heimatstadt, mir wurde dort nach dem ich ein halbes Jahr arbeitslos war, ein Job angeboten für etwas mehr als 5 EUR die Stunde. Soweit so gut. Ebenfalls erhielt ich damals das Versprechen meines Vorgesetzten am Umsatz beteiligt zu werden, da das ja dann den Lohn erhöhen würde und ich so locker an das 3-fache verdienen könnte. Könnte!
War aber nicht, da das Unternehmen nicht wie erwartet wie ein Hammer mit seinem Produkt einschlug. So sitze ich nach wie vor auf meinen 5 EUR bei fast 40 Stunden, werde gegängelt, gemobbt und bekam jetzt im letzten Jahr auch noch jemanden vor die Nase gesetzt, der mir das Leben unerträglich macht.
Aber man soll ja froh sein, überhaupt einen Job zu haben, nicht wahr?
Egal, wie sehr man dann auch noch für einen Hungerlohn getriezt wird.
Dieser ganze Ärger brachte mich nun an den Rand der Gesundheit, ich hatte im vergangenen Jahr einen Herzanfall, musste 6 Wochen zur Reha (psychologisch) und jetzt geht trotzdem der Ärger weiter. Sogar noch schlimmer als zuvor.
Mein Arzt würde sofort attestieren das ich aufgrund der beruflichen Situation arbeitsunfähig bin, aber ich beisse die Zähne zusammen, denke immer wieder: “Vielleicht wird’s ja nochmal besser.”
Habe mich schon beworben, aber immer diese Angst dabei im Nacken vom Regen in die Traufe zu geraten. Viel Zeit habe ich leider nicht mehr, alterstechnisch gesehen. Bin 45 Jahre alt und da gehört mit als Nicht-Promovierter sowieso schon zum Müll. Dies bekomme ich jedenfalls immer wieder vermittelt.
Da hilft es auch nicht, das ich eine überdurchschnittliche Berufserfahrung in verschiedenen Branchen habe, ohne dabei Hopper zu sein. Ich war mindestens 5 Jahre fest in Unternehmen angestellt und kann sehr gute Referenzen nachweisen.
Die Industrie und die Unternehmen nutzen die Angst der Menschen vor Arbeitslosigkeit bis zum Erbrechen aus. Ich finde so etwas gehört genauso bestraft, wie Steuerhinterziehung o.a.
Es ist a-sozial und so ein Handeln für die Gesellschaft in ALLEN Bereichen Gift, da die Menschen die unter solchen oder noch schlimmeren Arbeitsverhältnissen leben müssen krank werden, isoliert sind, an gesellschaftlichen Ereignissen nicht mehr teilnehmen können, Gefahr laufen Freunde und Familie sowie ihr gesamtes soziales Umfeld zu verlieren.
Auf so ein Arbeitgeber-Verhalten sollte es rechtliche Konsequenzen geben.
Aber alle sind still.