Straßen gestochen in Arme und Beine
das Fleisch durchlöchert,
der Leib eine Kalligraphie der Verzweiflung.
In den Augen ein Flimmern
plötzlich finster im Abteil,
die Euphorie rauscht in den dunklen Wald.
Unterwegs durchs Laubmassiv
werden Seelensiedlungen berührt,
verlorene Boten von innen
nach außen gestellt.
Rebellion des eigenen Geistes,
im Gesicht steht Aufbruch
verknüpft mit dem Schneckenhaus
aus dem nun schmerzende Kälte grimmt.
Es droht ein Leben, genormt und bürgerlich
ohne Geheimnis am Grunde der Tasse
und nur mit Zeit zu bezahlen.
Ein anderer Himmel, zum Leben zu hoch
und zum Sterben zu blau,
was denn nun: Leben oder Sterben?
Kein Beamter aus Dionysos’ Truppe
fürs erste mehr in Sicht,
die Requisiten des trügerischen Glücks
sind zusammengekehrt und verschwunden.
Es regnet Unwohlsein und Langeweile,
ein Variantenspiel mit geordneten Tagen,
das Herz ein matschiges Feld
voller wilder, plündernder Sehnsucht.
Tags: alltag, langeweile, rausch









Ich kann mich den beiden vorigen Kommentaren nur anschließen. Deine Texte gehen unter die Haut. Immer wieder neu und anders.
da läuft mir echt ein Schauer über den Rücken, obwohl die Worte sehr
gut gewählt sind.
Faszinierende Ausdrucksweise!
B.
Ich bin durch Zufall im “Laubmassiv” gelandet und spontan begeistert:
Berührend. Poetisch. Großartig. Mehr davon.