Mitten in der Sprechstunde ruft Tanja (23) an. Sie ist außer sich, weil es ihrer Freundin Sonja (24) nicht gut geht. “Ich habe schon drei Mal den Notarzt angerufen, aber der kommt einfach nicht!”, klagt sie am anderen Ende der Leitung. Beide sind mir aus flüchtigen Begegnungen hier in der Ambulanz bekannt. Zusammen mit sieben anderen jungen Erwachsenen leben sie in einer Wohngemeinschaft am Rand der Stadt. Keine abgeschlossene Schulausbildung, kein Job, kein gesichertes Einkommen.
Tanja hatte sich vor einigen Monaten den Arm verletzt und musste chirurgisch behandelt werden. Inzwischen ist sie wieder krankenversichert. Ihre Freundin Sonja hat die Wege zu den SozialarbeiterInnen noch nicht geschafft. Sie reist im Land umher und weiß noch nicht, wie lange sie bleiben will. Vor drei Wochen kam sie zusammen mit Tanja in die Ambulanz. Sie hatte eine schwere Erkältung und einen Magen-Darm-Infekt.
“Jetzt geht es ihr ganz scheiße!”, ruft mir Tanja durchs Telefon zu. “Was soll ich machen? Sie kann nicht zu ihnen kommen. Sie ist zu schlapp und außerdem muss sie ständig erbrechen und Durchfall hat sie auch. Aber es kommt ja keiner! Dabei habe ich dem Notdienst nicht einmal gesagt, dass Sonja nicht versichert ist!”
Ich höre mir die Notlage an und verabrede mit Tanja, sie und ihre Freundin in ca. zwei Stunden nach dem Ende der Morgensprechstunde aufzusuchen. Doch dazu kommt es erst gar nicht: Eine halbe Stunde später ruft Tanja erneut an und lässt ausrichten, dass ich nicht mehr kommen muss. Sonja habe begonnen, Blut zu erbrechen, jetzt sei der Krankenwagen endlich unterwegs. Ich muss nicht mehr hinfahren.
Tanja hatte sich vor einigen Monaten den Arm verletzt und musste chirurgisch behandelt werden. Inzwischen ist sie wieder krankenversichert. Ihre Freundin Sonja hat die Wege zu den SozialarbeiterInnen noch nicht geschafft. Sie reist im Land umher und weiß noch nicht, wie lange sie bleiben will. Vor drei Wochen kam sie zusammen mit Tanja in die Ambulanz. Sie hatte eine schwere Erkältung und einen Magen-Darm-Infekt.
“Jetzt geht es ihr ganz scheiße!”, ruft mir Tanja durchs Telefon zu. “Was soll ich machen? Sie kann nicht zu ihnen kommen. Sie ist zu schlapp und außerdem muss sie ständig erbrechen und Durchfall hat sie auch. Aber es kommt ja keiner! Dabei habe ich dem Notdienst nicht einmal gesagt, dass Sonja nicht versichert ist!”
Ich höre mir die Notlage an und verabrede mit Tanja, sie und ihre Freundin in ca. zwei Stunden nach dem Ende der Morgensprechstunde aufzusuchen. Doch dazu kommt es erst gar nicht: Eine halbe Stunde später ruft Tanja erneut an und lässt ausrichten, dass ich nicht mehr kommen muss. Sonja habe begonnen, Blut zu erbrechen, jetzt sei der Krankenwagen endlich unterwegs. Ich muss nicht mehr hinfahren.
Tags: hausbesuch, krankenversicherung, notfall








