Gestern habe ich es nicht geschafft keinen Alkohol zu trinken. Ich habe mir eine Flasche Wein gekauft, als ich für mein Abendessen beim Aldi einkaufen war. Meine Traurigkeit und der Druck, den ich dabei verspürte, dass meine Beziehung so schnell zu Ende gegangen ist, konnte ich nicht anders loswerden. Ich bin nach Hause und fing an langsam den Wein zu trinken. Als die Flasche gegen 22 Uhr leer war, bekam ich plötzlich Hunger und machte mir einen Feldsalat. Danach schlief ich wie ein Stein.
Heute Morgen bekam ich ein ganz schlechtes Gewissen. Ich traute mich fast nicht in die Oase, weil ich mich fürchterlich vor Frau Fischer schämte. Da wir uns aber schon sechs Jahre kennen und ich ihr vertraue, sagte ich es ihr. Heute ist mein Druck nach Alkohol weg, außerdem fühle ich mich noch gerädert von gestern.
Das Gefährliche für mich ist, dass ich, wenn ich weiter trinken würde, irgendwann nicht mehr aufhören kann, und dann immer mehr brauche. Ich hoffe jetzt, dass es bei kleineren Rückfällen bleibt. Wenn ich weiterhin die Unterstützung und den Rückhalt in der Oase bekomme, kann ich es schaffen. Heute war Marion B. unsere Schülerin zum letzten Mal da. Wir finden es schade. Zum Abschied schenkte sie uns eine ganze Tüte voll mit Süßigkeiten. Ich bin froh, dass heute Freitag ist und ich Zeit habe, in Ruhe über alles nachzudenken.
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2009 30 Jan
Eine Flasche Wein gegen den Frust
Autor: Mueller | Kategorie: Sucht | RSS 2.0 |
Tags: alkohol, rausch, wut | Comments off








